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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (67.2005, Heft 1)
2005
Seite: 135
(PDF, 26 MB)
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Ratssitzungen zur Verfügung - die erste fand erstaunlicherweise bereits im Juni
1714 statt -. denn ein Rathaus gab es noch lange nicht.4"' Im März 1715 stand das
Stadtoberhaupt bereits einer ansehnlichen Gemeinde vor: 44 Bürger. 9 Witwen
und 2 Hintersassen waren in die Stadt zurückgekehrt, letztere aus dem neuen Ort
Chalampe. der auf dem Grund und Boden der Stadt Neuenburg links des Rheins
entstanden war.461

Der Pfarrer bemühte sich, all die zugezogenen Fremden in die Gemeinschaft
zu integrieren, aber dafür brauchte er natürlich eine Kirche. Ganz so schnell, wie
er es sich wünschte, ging der Bau der Heilig-Kreuz-Kapelle nicht voran, da man
wegen einer Viehseuche das Baumaterial nicht heranholen konnte. Außerdem
hatte ein jeder mit seinem eigenen Hausbau zu tun. Die benachbarten Ortschaften
halfen schließlich. Und dann kam der große Tag: Pfarrer Christen inszenierte am
1. Mai 1715 gekonnt den Einzug in die Kapelle. In einer feierlichen Prozession
und ..unter vill Trauern und Weinen" zogen die Neuenburger von Steinenstadt
aus zurück in ihre Heimat. Im Beisein von Pfarrer Christen und seinem Adlatus
Joseph Schwab sowie den Pfarrern aus Schliengen wurde „zum ersten Mahl mit
großer Freidt der Neuenburgeren der Gottesdienst widerumb gehalten".47' Sie waren
zurückgekehrt, sie bauten ihre Häuser auf - die Stadt am Rhein würde aus den
Trümmern wieder auferstehen.

Anmerkungen

* Dieser Aufsatz basiert auf einem Vortrag, den ich am 30. 4. 2004 im Stadthaus von Neuenburg am
Rhein gehalten habe. Die Kurzbiographien wurden vorab in der Badischen Zeitung veröffentlicht:
die Biographie des Stadtpfarrers Johann Jakob Christen hat Winfried Studer verfasst.

1) Erzbischöfliches Archiv. Film des Kirchenbuchs von Neuenburg Nr. 873347. Tauf-. Ehe- und Totenbuch
1643-1813.

2) Quarthai. Franz: Vorderösterreich. In: Handbuch der Baden-Württembergischen Geschichte (Veröffentlichung
der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg). Band 1. 2.
Hg. Meinrad Schaab und Hansmartin Schwarzmaier mit Gerhard Taddey. Stuttgart 2000. S. 587- 780.
hier S. 724.

3) Carre. Henri Lt. Coli.: Le Marechal de Villars. Homme de guerre et diplomate. Librairie Hachette
1936. S. 57.

4) Huggle. F.: Geschichte der Stadt Neuenburg am Rhein. Drittes Heft. Freiburg 1881. S. 314.

5) Stadtarchiv Freiburg (StadtAF) Cl Fremde Orte Neuenburg 1457-1803. Konv. 18.

6) Generallandesarchiv Karlsruhe (GLA) 229/72843 von 1721.

7) StadtAF Cl Landstände 1701-1702. Am 15. Mai 1702 hatten bereits Kaiser Leopold. England und
die holländische Republik Frankreich den Krieg erklärt. Im April war noch unklar, ob die deutschen
Staaten sich anschließen würden. Daher hielt Ludwig XTV. Marschall Bouffier noch davon ab. den
Rhein zu überschreiten (Hattendorf. John B.: Die Ursprünge des Spanischen Erbfolgekrieges. In: Wie
Kriege entstehen. Zum historischen Hintergrund von Staatenkonflikten. Hg. Bernd Wegner u.a. (Krieg
in der Geschichte. Bd. 4). Paderborn u.a. 2000. 2. durchgesehene Aufl. 2003. S. 143). Reichstag und
Reichsstände folgten tatsächlich erst im Herbst: Am 30. September 1702 die Kriegserklärung des
Reiches an Frankreich, am 6. Oktober 1702 die des Reichstags (Aretin. Karl Otmar von: Das Alte
Reich 1648-1806. Bd. 2: Kaisertradition und österreichische Großmachtpolitik (1648-1745). Stuttgart
1997. S. 122 und 109).

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