UB Freiburg, H 519,m
Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
31. Heft.1951
Seite: 50
(PDF, 52 MB)
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Verfasser der Werke kennen. Dazu dient die Bibliographie, die uns
immer noch fehlt. Für die Wasserzeichenforschung ist auch erforderlich
, daß man die Zeitfolge der Drucke und ihrer Auflagen kennt.
Wenn Egenolff erst 1546 Eigentümer der Gengenbacher Papiermühle
geworden ist, wird man seine Wasserzeichen nicht in seinen Drucken
vor 1546, sondern in denen nach 1546 suchen und auffinden können.
Und ob er nicht schon bereits während seiner Straßburger Druckertätigkeit
Beziehungen zur Gengenbacher Papiermühle gehabt hat,
kann nur durch Prüfung der von ihm zu seinen Straßburger Drucken
gebrauchten Papieren geklärt werden. Sie werden auf über drei
Dutzend geschätzt. Sie sind in der Mehrzahl sicherlich in Straßburg
vorhanden. Man kann sie aber ohne bibliographische Kenntnis der
Titel nicht bestellen, und die Bibliothek kann sie nicht nachweisen.

Für die Stadt Gengenbach wird es eine schöne Aufgabe sein, vom
Eigentümer der Gengenbacher Papiermühle, der einen in der ganzen
Welt bekannten und bedeutenden Namen trägt, auch ein Bildnis zu
besitzen. Vielleicht läßt sich in den Akten der Stadtkanzlei auch
noch eine Zuschrift, ein eigenhändiger Brief mit Unterschrift und
Siegel dieses berühmten Druckerherrn und Papiermühlenbesitzers
auffinden, wenn man danach sucht.

Die Druckerei Egenolffs wurde nach seinem Tode von seinen
Erben noch bis zum Ende des Jahrhunderts weitergeführt. Von
Egenolffs Erben erschienen noch fast ebensoviel Werke wie von ihm
selber, auch etwa vierhundert. Wie wir später erfahren werden,
haben die Beziehungen der Gengenbacher Papiermühle mit den
Egenolffischen Erben noch über Jahrzehnte fortbestanden. Es müßten
demnach systematisch über achthundert Werke des Egenolff-Verlages
durchgeprüft werden, von denen die Zahl der Bände überhaupt
nicht abzuschätzen ist. Wenn man für die Prüfung eines Folianten
von dreihundert Seiten nur drei Tage rechnet, erfordert die Arbeit
bei ausschließlicher Beschäftigung damit mehrere Jahre. Die Wasserzeichenprüfung
kann sich daher nur auf zufällig gekannte und erreichbare
Egenolff-Drucke erstrecken, und die Ergebnisse sind ebenso
vom glücklichen Zufalle abhängig, aber nicht zu berechnen oder
zu erwarten.

Ein anderes dagegen ist es, wenn die Stadt in geschichtlicher
Würdigung bestrebt ist, einige inhaltlich wertvolle Egenolff-Drucke
zu erwerben und zu besitzen. Will es der Glücksfall, daß der Druck
zugleich auch auf Gengenbacher Papier veranstaltet ist, ist das Buch
doppelt wertvoll und ein besonderes Schaustück für die einzurichtende
Heimatsammlung. Die alte Reichsstadt nimmt damit durch ihre

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