UB Freiburg, H 519,m
Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
33. Heft.1953
Seite: 67
(PDF, 57 MB)
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Schiltach und Schenkenzell in der Gaugrafschaft Sulz

Von Hermann F a u t z

Um das Jahr Tausend gehörte das obere Kinzigtal und damit auch
das Gemarkungsgebiet von Schiltach, Lehengericht und
Schenkenzell zur Grafschaft Sulz am Neckar. Diese Grafschaft
entstand nach dem 8. Jahrhundert aus der alten Bertoldsbar, welche
die Lande am mittleren und oberen Neckar umfaßte und den Ostrand
des Schwarzwaldes weit gegen Westen hin überschritt. Sie war
wohl bei der Landnahme durch die Alemannen entstanden und wurde
von einem von dem Volke gewählten Herzog regiert. Nach dem
Untergang dieses altschwäbischen Herzogtums im Jahre 748 löste
sich die Bertoldsbar in mehrere Gaue auf, in denen jeweils ein vom
König eingesetzter Gaugraf die öffentliche Gewalt ausübte. So entstand
die Grafschaft Sulz. Sie grenzte im Norden an den
Nagoldgau auf der Linie Kniebis-Loßburg-Neckarhausen, im Osten
hatte sie die Grafschaft Haigerloch und im Süden die Grafschaft
Rottweil auf der Linie Harthausen-Böhringen-Trichtlingen-Bochingen-
Neckar-Oberndorfer Steige-Hochmössingen-Fluorn-Fluorner Wald-
Aichhalden-Sulgen-Tischneck als Nachbarn. Im Westen grenzte sie
bei Hausach-Einach-Kniebis an die Ortenau. Somit war sie der Gau,
der vom Neckar über die Hochebene zum Kinzigtal und in demselben
am weitesten nach Westen in den Schwarzwald vorsprang.

Die Gaugrafen waren Verwaltungsbeamte des Königs und konnten
nur von diesem bestellt werden. Ihre Rechte erstreckten sich auf
die Hohe Gerichtsbarkeit, den Wildbann, das Geleit auf wirtschaftliche
Belange u. a. m. So ist diese Aufteilung in kleinere Gebiete und
deren Verwaltung in etwa mit den heutigen Landratsämtern und
-bezirken zu vergleichen. Die Zunahme der Bevölkerung, die bessere
Möglichkeit der Durchführung der königlichen Erlasse hat wohl
neben den politischen und machtrechtlichen Gründen die Aufspaltung
der alten Bertoldsbar notwendig gemacht.

In der Sulzer Grafschaft übte ums Jahr 1099 und 1125
Graf Alwig von Sulz die Gaugrafenrechte aus. Er gehörte mit Ruot-
mann von Hausen und Adalbert von Zollern zu den Stiftern des
Klosters Alpirsbach (1099). 1148 wird wieder ein Graf Alwig von

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