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Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
58. Jahresband: Die Klöster der Ortenau.1978
Seite: 96
(PDF, 129 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1978/0096
Die frühe Geschichte des Reichsklosters Schuttern
Ergebnisse der Grabungen 1972-1975

Karl List

Vorbemerkung: Der vorliegende Beitrag ist im wesentlichen BAU- Geschichte. Zu seiner
Ergänzung empfiehlt sich die Beiträge aus dieser Zeitschrift über das ottonische Mosaik
(1976, S. 146) und den über die falsche Dagobert-Urkunde und den Gründer Offo (1977, S. 132)
heranzuziehen. Die hier notwendige Begrenzung muß manche Frage unerörtert lassen; eine
Gesamt-Dokumentation ist in Vorbereitung.

Die archäologische Untersuchung im Bereich der ehemaligen Reichsabtei
Offoniswilare - seit dem Jahre 1025 Schuttern genannt1 - ist abgeschlossen
. Von römischen, vorklösterlichen Bauten über merowingische
und karolingische Kirchen bis zur romanischen Basilika des 12.
Jahrhunderts mit ihren späteren gotischen Einbauten fanden sich die
baulichen Zeugen einer Entwicklung des Klosters vom 7. bis zum 19.
Jahrhundert. Diese bauliche Entwicklung des Klosters soll nachstehend
dargestellt werden, bevor über die besondere historische Stellung
Schutterns in der Ortenau - die sich aus den Grabungsbefunden ergibt
Aussagen gemacht werden, die eine nicht verifizierbare Überlieferung zu
stützen geeignet sind.

Die erste Kirche des Gründers Offo war ein Rechtecksaal mit einer
lichten Weite von 20 mal 40 römischem Fuß. (5,90 m/11,80 m). Das östliche
Drittel dieses Raumes war durch Mauervorlagen, die vermutlich einen
Triumpfbogen trugen, abgetrennt. Im Abstand von ca. 0,90 m von der
Ostwand stand der Altar, dessen Fundament von den späteren romanischen
und barocken Fundamenten überbaut worden war. Von dieser
ersten kleinen Kirche ist das Fundament der Nordwest-Ecke am besten
erhalten; aus handlichen Steinen ist es gut gefügt, in Weißkalk
vermörtelt und ca. 68 cm stark. Das Fundament saß ohne Untergestück
bei minus 3152 auf gewachsenem Boden. (Abb. 1 u. 13)

Die Vermutung, das Grab des Gründers im Gründungsbau finden zu
können, bestätigte sich nicht. Im 6. und auch noch im 7. Jahrhundert
wurden Äbte ebenso wie Bischöfe vorwiegend noch im freien Feld

1 In der Urkunde Konrad II. vom Jahre 1025.

2 Die Minus-Angaben (-) beziehen sich auf die Fußbodenhöhe des Lang- und Querhauses von 1972 ( + /-0.0).

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