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Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
58. Jahresband: Die Klöster der Ortenau.1978
Seite: 203
(PDF, 129 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1978/0203
namens Leo um 1079 mehr als tausend merowingische und karolingische
Hönau betreffende Urkunden abgeschrieben. Heute verfügen wir nur
noch über neunzehn Texte aus der Zeit zwischen 722 und 778, bzw. 8102.
Diese wenige in unsere Zeit herüber gerettete Quellen vermitteln uns
sichere Kenntnisse über die Gründung und über die weiteren Schicksale
des Schottenklosters.

/. Die Gründung

1. Die iroschottischen Wandermönche. - Zur Zeit der Völkerwanderung,
nach Auflösung der römischen Provinz Britannia (Anfang des 5. Jh.),
drängten die heidnischen Pikten und Skoten das Christentum aus Irland
und Schottland zurück. Eine neue Christianisierung führte zur völligen
Bekehrung Irlands unter dem hl. Patrick, Bischof von Armagh (f 461).
Andererseits leitete ein irischer Abt, der hl. Kolumba, die Evangelisierung
Schottlands vom Kloster Hy, oder Iona, auf einer Hebrideninsel,
aus. Beide Missionare bauten die iroschottische Kirche nach einer
monastischen Grundstruktur mit Abtbischöfen auf, weil in jenen Gegenden
sich keine Städte fanden, die sich als Bischofssitze geeignet hätten.

Den irischen Mönchen schwebte das „perigrinare in Christo" (pilgern in
Christo) als Ideal vor; zuerst wurde der Begriff der Wanderung bildlich
genommen. Im wörtlichen Sinne aber nahm ihn der in St. Comgalls Abtei
Bangor (Ulster) gebildete Kolumban, als er im J. 593 mit zwölf Gefährten
nach Gallien zog, u. a. das Kloster Luxeuil am Südwestrand der Vogesen
errichtete und in seiner letzten Gründung Bobbio, in Oberitalien an der
Trebbia zwischen Genova und Piacenza starb (615).

Er eröffnete die Reihe der iroschottischen Peregrini auf dem Festland. Zu
diesen gehörten die heiligen Brüder Furseus (f um 650 in Peronna
Scotorum an der Somme in Nordfrankreich) und Foillan, Gründer von
Fosses-la-Ville bei Namur in Belgien (f um 655)3. Dazu gehört auch
Benedikt, der als erster Abt des Schottenklosters Hönau im J. 722
urkundlich belegt ist4. Er gab dem neuen Kloster den hl. Erzengel
Michael zum Patron und überließ ihm Reliquien der hl. Brigida von
Kildare5.

2 Chr. Wilsdorf. Le monasterium scottorum de Hönau et la fämille des ducs d'Alsace au Vllk siecle. Vestiges d un
cartulaire perdu. in: Krancia, Forschungen zur westeuropäischen Geschichte, hgb. v. Deutschen Historischen
Institut in Paris. Bd 3 (1975)-Sonderdruck. München 1976. S. 4 9- Wilsdorf selbst hat aufS. 48 des genannten Auf satzes
noch drei weitere Urkundenfragmente herausgearbeitet.

3 Handbuch der Kirchengeschichte, hrg. v. H Jedm. Bd II. 2 (Freiburg i. Br. 1975). 95 102, 274 277.

4. A. Bruckner. Regesta Alsatiae 496 918. Bd I, Quellenband. Strafiburg- Zürich 1949, nr. 100. Nach Urkunde von 775

{Bruckner nr. 250), war Benedikt auch Bischof.
5 J. M. B. Clausa, Die Heiligen des Elsaß. Düsseldorf" 1936,142 144 u. 234 nr. 77 /. Gttuguud. Le cultede sainte Brigide

de Kildare dans l'Europe continentale, in AEKG. 11 (1936), bes. 43 47.

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