Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1980/0089
Pfarrkirche ist in Altdorf vor dem 18. Jahrhundert nicht nachzuweisen,
auch kein altes Patrozinium. Im Vorgängerbau der jetzigen Kirche, den
Tritschler beim Abriß 1781 aufmerksam untersucht hat, konnte er keine
Hinweise finden.

Der Name „Altdorf" könnte sich auch auf die vordeutschen Reste, die
noch lange sichtbaren Siedlungstrümmer beziehen. Oder: die Gründung
des neuen Ortes erfolgte sehr früh, und der alte Ort hatte zu diesem
Zeitpunkt (8. Jahrh.) noch keine (oder nicht mehr eine) selbständige
Kirche, so daß die nötige Kirche gleich mit in den neuen Ort Ettenheim
kam (oder dort auf dem Berg schon war). Altdorfs alter Name wäre in der
Folgezeit verlorengegangen.

8. Landelin

Die Abfassung der Landelins-Vita, wie sie in der ältesten, lateinischen
Redaktion vorliegt21, paßt nach Sprache und Stil in den Verfälschungszusammenhang
des frühen 12. Jahrhunderts hinein. Sie sollte durch die
Herausstellung eines eigenen, in den frühesten Zeugnissen noch nicht
genannten Patrons die Position von Ettenheimmünster stärken. Doch ist
damit ein historischer Landelin keineswegs abgetan, wie das in einer
gewissen kritischen Überreaktion auf die Autorität Medard Barths (FDA
75,1955) neuerdings R. Ritter (Geroldsecker Land 15,1973) und F. Schultz
(Ortenau 58, 1978, S. 153) anzunehmen geneigt sind.

Die Legende weist, entfernt man die konventionellen hagiographischen
topoi (irische, in den späteren Fassungen fürstliche Abkunft, Pilgerschaft
, Eremitenleben, Tier- und Blutwunder, Bestattung), ainen anderswoher
nicht zu erklärenden historischen Kern auf: den westfränkischen
Namen Landelin selbst oder die Erwähnung von Altdorf mit der Familie
des Edulf und von Münchweier, an welchen beiden Orten Funde des 19.
Jahrhunderts (Geroldsecker Land 17, 1975, S. 78 f.) die Hinweise der
Legende zu stützen scheinen. Landelin könnte ein früher (7. Jahrh.?)
fränkischer, christlicher Emissär des Bistums gewesen sein, an dessen
gewaltsamen Tod in der Ortenau (im Münstertal) eine niemals abgerissene
Überlieferung, die eine von Barth nachgewiesene kirchliche Verehrung
schon im 11. Jahrhundert einschloß, erinnerte.

9. Stadtwerdung

Wir wissen wenig über die Anfänge Ettenheims bis weit ins Mittelalter
hinein. (Über die Gründung der Stadt schon durch Herzog Ettiko, über

21 Hrsg. von J. Van der Straeten (Analecta Bollandiana 73, 1955); teilweise übersetzt in:
Ettenheim. Geschichte usw., S. 83 - 90.

87


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1980/0089