Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1980/0096
Ettenheim so wichtigen Gerber-Handwerks, ferner die Bäcker (panifex)
Merckelinus (72 r) und Hugo von Minewilre (71 r), ein Weber (textor, 71
v), ein Schneider (sartor) Conrad, genannt Straßburg (72 r), die Schmiede
(faber) Wernher (72 r) und Walther (67 v, 72 r), der „an dem nidern tor"
wohnt, die Schuster (sutor) Jacobus, genannt Hubennestel (67 v) und
Johannes, genannt Kunetz (70 r), sowie der Barbier (rasor) Heinricus,
genannt Inwan (70 v). Mehrfach erwähnt ist Ruodolfus der „Schriber"
(scriba), wohl schon der Stadtschreiber, ein wichtiger Mann (67 v u. ö.)
Schließlich ist da noch der Mesner (sacrista) Langenstein (67 v). Laienoder
Klosterschwester ist „Dilia conuersa" (71 r, 72 r).

5. Gebäude, Befestigung

In der Stadt liegen „der Hof der Straßburger Kirche, in der Stadt
Ettenheim gelegen" (Urk. 1318), der spätere „Amtshof"; und der Hof des
Abtes (70 v) oder der Mönche (72 r), der „Freihof'.
Es sind schon alle drei Tore vorhanden: das Untere Tor (an dem nidern
tor, 67 v), das Obere Tor (porta superior, 72 r) und das Thomastor (porta
dicti dumen, 72 r). Das beweist eine Stadtbefestigung, wie das üblich war,
bald nach der Stadtwerdung. Das Thomastor, das bei seinem Amtssitz lag
(von ihm erbaut?), ist nach dem damaligen Vogt benannt, dem Werner
Dumen (von: Thumann, Thoman, Thomas); es heißt Dumen- oder
Daumen- oder Thomastor bis heute.

Die Tortürme, zehn bis fünfzehn Meter hoch, hat es bis ins 19.
Jahrhundert hinein gegeben. Aus alten Ansichten und Akten über ihren
Abbruch (Stadtarchiv, Fasz. 288) gewinnt man einen Eindruck von ihnen.
Ein hoher, steinerner Unterbau (5 - 6 m im Quadrat) mit einer hohen
Torbogendurchfahrt trug ein vorkragendes, niedrigeres Fachwerk-
Obergeschoß, das seinerseits zunächst (jedenfalls wieder nach dem
Dreißigjährigen Krieg) ein Satteldach mit freien Giebel, vor dem Abriß
aber nur noch ein sehr flaches Walmdach trug. Die oberen Stockwerke,
die als Arsenal oder als Gefängnis dienten, waren nur durch angebaute
Nebengebäude erreichbar.

Die Tore unterbrachen den Verlauf der alten, inneren „Ringmauer", den
man noch rekonstruieren kann. Sie reicht also mindestens in die Zeit der
Stadtwerdung zurück. Sie hatte jene drei Tore und außer den Tortürmen
noch einen weiteren, großen Turm, den Hexenturm (älter: „Diebsturm"
= Gefängnis), der 1769 abgerissen wurde. Die Frage ist, ob auch ein
zweiter Mauerring, den man ebenfalls aus der Grundkarte ablesen kann,
so alt ist. Man kann den doppelten Mauerring einem doppelten Rechteck,
einem Fastquadrat, einbeschreiben, dessen längere Seiten genau nordsüdlich
, dessen kürzere genau westöstlich verlaufen. Die Maße des
äußeren Rechtecks: 1000 mal 950 Fuß, des inneren: 900 mal 825 Fuß; das

94


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1980/0096