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Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
60. Jahresband.1980
Seite: 252
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Die jüdische Gemeinde Nonnenweier

Jüdisches Leben und Brauchtum in einer badischen Landgemeinde zu
Beginn des XX. Jahrhunderts

Eiße Labsch-Benz

für | Ellen und Gerhard Ilan

Die folgenden Seiten stellen einen Auszug dar aus der von uns im Jahre 1977 an der Universite des
Sciences Humaines de Strasbourg bei Prof. Julien Freund vorgelegten Magisterarbeit im Fach
Soziologie. Die Monographie wurde in deutscher Sprache redigiert und liegt beim Institut des
Sciences Sociales in Straßburg auch in französischer Übersetzung vor. Die ungekürzte Monographie
wird im Oktober 1980 als Sonderauflage für die Landeszentrale für politische Bildung
Baden-Württemberg, Stuttgart, erscheinen.

EINLEITUNG

Ziel der Untersuchung, Methode und Hypothesen

Bei unserem Versuch, jüdisches Leben und Brauchtum in einer badischen
Landgemeinde zu Beginn des Jahrhunderts aufgrund des lebendigen Zeugnisses
früherer jüdischer und christlicher Einwohner nachzuzeichnen, drängte
sich immer wieder das Gefühl in den Vordergrund, es sei eigentlich fast schon
zu spät. Die Menschen, die uns dabei geholfen haben, sind die Letzten, die
noch darüber berichten können. Um die Jahrhundertwende geboren, sind sie
heute vom Alter geprägt. Ihre Erinnerung an das damalige Leben ist von einer
Vielzahl von späteren Erlebensschichten überlagert worden, die sich aufgrund
ihrer Intensität im Gespräch immer wieder in den Vordergrund schoben.

Wie bei einer Ausgrabung Bruchstücke freilegend, im Wettlauf mit der Zeit
arbeitend, haben wir uns nach langen, intensiven Gesprächen mit einer kleinen
Zahl von Gewährspersonen1 und unter Zuhilfenahme der bereits andernorts
durchgeführten empirischen Untersuchungen2 der früheren sozialen

1 Insgesamt wurden Gespräche mit 5 früheren jüdischen Einwohnern der Gemeinde Nonnenweier
geführt, mit 3 Frauen und 2 Männern, die heute im Elsaß, in New York und in Jerusalem
leben. Bei den 5 christlichen Gewährspersonen handelte es sich um 3 Männer und 2
Frauen.

2 siehe hierzu die Bibliographie, S. 303

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