UB Freiburg, H 519,m
Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
60. Jahresband.1980
Seite: 351
(PDF, 71 MB)
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Besprechungen und
Hinweise

Zeitschriften

Appenweierer Heimatblatt 1979

Herausgegeben von der Mitgliedergruppe Appenweier
des Historischen Vereins für Mittelbaden
Schriftleitung: Karl Maier
Unter den jährlich erscheinenden Heimatperiodika
der Ortenau hat sich das „Appenweierer
Heimatblatt" einen anerkannten Platz erobert
. Was hier jährlich an heimatgeschichtlichen
Beiträgen zusammengetragen wird, ist
aufgrund der Qualität der Darstellungen und
der exemplarischen Thematik nicht nur von lokalem
Interesse. Die Konzeption einer „offenen
Chronologie", die jährlich fortgeschrieben
wird, macht es möglich, die ganze Vielfalt
historischer Überlieferungen und Themen auszuschöpfen
und Einzelaspekte sorgfältiger darzustellen
, als dies in einer abgeschlossenen
Buchchronik möglich wäre.
In der Ausgabe von 1979 sind zwei Beiträge besonders
hervorzuheben: Dr. G. Maiers Aufsatz
über die Besetzung Appenweiers durch die
Franzosen 1923/24 und Karl Maiers Ausführungen
über eine Nesselrieder Dorfordnung
von 1668. Am 4. Februar 1923 wurde der Verkehrsknotenpunkt
Appenweier parallel zur
Ruhrbesetzung von französischen Truppen okkupiert
, der Ort vom deutschen Gebiet abgetrennt
und die Straßen- und Eisenbahnverbindungen
unterbrochen. G. Maiers Methode,
Selbsterlebtes mit Gehörtem und Gelesenem zu
verknüpfen, auf eine amüsante Art Anekdotisches
mit Historischem zu verbinden, macht
das Dargestellte plastisch und dokumentiert
gleichzeitig das Bewußtsein der Bevölkerung
und der Besatzer, ist somit ein Stück lebendiger
historischer Psychologie.
Die Nesselrieder Dorfordnung von 1668 ist ein
prägnantes Beispiel für den Ansatz
demokratisch-kommunaler Selbstverwaltung.
Bereits die Bauernkriegsforschung (Peter
Blickle, Die Revolution von 1525, München
1975, Kap. 1.3.3.) hat die Entstehung von
dörflichen Selbstverwaltungsformen auf die
Zersplitterung von Herrschaftseinflüssen zurückgeführt
. Wenn die Gemeinde politisch in
mehrere Herrschaftsgebiete zerfiel, mußten die
Einwohner selbst die die Dorfgemeinschaft als
Ganzes betreffenden Angelegenheiten regeln.
Die Zugehörigkeit Obernesselrieds zur badischen
Herrschaft Staufenberg und jene Unternesselrieds
zum Reichslandgericht Appenweier
führte dazu, daß die Gesamtgemeinde selbst
die das Zusammenleben betreffenden Angelegenheiten
, etwa Trieb- und Trattrechte, Straßeninstandsetzung
, Allmendnutzung sowie Regelungen
über gegenseitige Hilfe bei Bestattungen
und Katastrophenfällen in die Hand nehmen
mußte. Ergänzt sei noch, daß bereits auf
bewährte Selbstverwaltungsformen, wie sie
sich in der Staufenberger Hardtwaldgenossenschaft
herausgebildet hatten, zurückgegriffen
werden konnte.

Albert Meel berichtet in seiner abgedruckten
Rede zur Einweihung der neuen Glocken über
ein Stück Nesselrieder Glockengeschichte. In
die Frühzeit der Waldgenossenschaften führt
Richard Schmidts kurze Skizze über den Zimmerer
Waldbrief. K. Maier beschäftigt sich resümierend
mit der Ersterwähnung Appenweiers
, G. Maier referiert über ein Stück wiederentdeckter
„Heimat", die Wiederbelebung der
Appenweierer Tracht.

H. G. Huber

Archäologische Nachrichten aus Baden

Heft 23. November 1979
Herausgeber: Förderkreis für die ur- und frühgeschichtliche
Forschung in Baden e. V.
Freiburg/Br.

Das mit Plänen und Aufnahmen vorzüglich
ausgestattete Heft berichtet ausschließlich über
Ausgrabungen und Funde, die innerhalb des
Ortenaukreises gemacht wurden, so von den
Ergebnissen der Restaurierung von Funden aus
einem neu entdeckten Fürstengrab der Hallstattzeit
bei Kappel a. Rhein (Dehn), von einer
römischen Siedlung am Hochuferrand des
Rheins bei Helmlingen und einer auf der Rheinaue
in der Gemarkung Auenheim, die von ro-
manisierten Sueben stammt, von einem römischen
Brunnen bei Heiligenzell und einem größeren
Gebäude (vermutlich einer Herberge für
Reisende) bei Niederschopfheim (W. Struck),
schließlich von einem römischen Ziegelbrennofen
, der bei Gengenbach ausgegraben wurde
(H. O. Wagner). Alle diese Ausgrabungen helfen
mit, die an sich dürftigen Kenntnisse über
die Ortenau in der Römerzeit zu erweitern. Dabei
ist die Erkenntnis wichtig, daß das ganze
Vorfeld von Straßburg auf der rechten Rheinseite
anscheinend schon im 1. Jahrhundert n.
Chr. bereits durch germanische Siedler erschlossen
war. Zur Erhellung der vorfränkischen
Zeit der Ortenau tragen die reichen
Grabbeigaben bei, die in einem bei Mahlberg
entdeckten Grab einer alemannischen Fürstin
aus der Zeit um 500 n. Chr. gemacht wurden.

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