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Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
65. Jahresband.1985
Seite: 121
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zum Markgrafen von Ancona und zum Herzog von Ravenna, später zum
Markgrafen der Toskana, zuletzt war er Markgraf von Molise in Unteritalien.

Doch nach welchem heutigen Lützelhardt oder Lützenhardt benannte er sich?
Die Nachrichten über ihn ergeben in dieser Hinsicht keine Anhaltspunkte.
Auch die Ausgrabungsergebnisse von der Burg Lützelhardt über Seelbach
besagen dazu unmittelbar kaum etwas . . .

Seit unvorstellbaren Zeiten wird der Hafen Syrakus auf Sizilien genutzt. Die
Stadt weist Bauwerke aus vielen Zeiten seit dem Altertum auf. Auch unter den
normannischen und den staufischen Herrschern spielten Stadt und Hafen eine
große Rolle. Zeitweilig befand sich dieser wichtige Stützpunkt in der Gewalt
lokaler oder auswärtiger Kräfte. Ja, man spricht von einem Piratennest. Doch
galt Seeräuberei damals — wie zu vielen anderen Zeiten — nicht unbedingt als
ehrenrührig. Ein Pirat und Stadtherr stand in verwandtschaftlichen Beziehungen
zum benachbarten Festland, nach Unteritalien . . .

Und in Süditalien läßt sich ein Konrad von Lützelhardt, offenbar ein Sohn des
gleichnamigen Markgrafen Konrad, nachweisen. Dieser zweite Konrad tritt
auch in Deutschland auf. Er scheint geeignet, neues Licht auf die Lützelhardt-
Frage zu werfen, er könnte die zuerwartenden Beziehungen zwischen Nord
und Süd deutlicher hervortreten lassen.

In den folgenden Abschnitten soll der Lebensweg Konrads (II.) v. Lützelhardt
dargelegt werden. Dabei bietet sich die Gelegenheit, auch seine Familienbeziehungen
möglichst weitgehend aufzuarbeiten.

Konrad von Lucinardo: ein Rebell

Im März 1233 stufte Kaiser Friedrich II. einen gewissen Konrad v. „Lucinardo"
als Rebellen ein. Er war zusammen mit anderen Baronen während des vorangegangenen
Krieges zwischen dem Königreich Sizilien und dem Kirchenstaat
auf die Seite des Papstes getreten4. An Gregor IX. hatten diese Barone nun
einen starken Helfer. Der Papst wollte eine Bestrafung seiner Anhänger
verhindern. Sie lebten seither unter einer vorläufigen „forma pacis"4. Das
endgültige Abkommen über sie kennt man nur aus der offenbar parallelen
Fassung für die Stadt Gaeta. Es stammt vom Juni 1233 und enthält: Amnestie
und Unterstellung unter Konrad, den unmündigen Sohn des Kaisers, vorbehaltlich
des von Konrad dem Kaiser geschuldeten Dienstes5. Schon in der
vorläufigen Fassung vom März war den abgefallenen Baronen ihr Besitz an
Ländern, Dörfern und Kastellen zugesichert worden6. Sie unterstanden also in
Zukunft den Erziehern Konrads IV. und nur indirekt dem Kaiser. Da der
Papst diese Bedingungen vermittelt hatte, konnte er auf ihre Einhaltung
zurückkommen. Konrad v. Lucinardo genoß also besondere Sicherheiten im
Königreich Sizilien.

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