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Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
65. Jahresband.1985
Seite: 166
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1985/0166
Die Kapuziner galten beim Volk als treue Helfer der Armen, Bedrängten und
Kranken, die mit den Betroffenen Freud und Leid teilten. Hatte ein Bürger
Unglück im Stall, dann rief er einen Kapuziner, der die Räume aussegnete.
1754 wütete in Weier eine große Viehseuche, bei der die Mönche manchem
Geschädigten halfen, worauf sie von der Gemeinde zum Dank Lebensmittel
erhielten. Vor allem in den verschiedenen Kriegswirren und -Unruhen zeigten
sich die Kapuziner als Helfer in der Not. Dafür gibt es gerade in Offenburg
typische Beispiele. Im Dreißigjährigen Krieg hatte die Stadt durch wiederholte
Belagerungen viel zu leiden. Obwohl die Kapuziner selbst von Almosen lebten
, teilten sie diese mit den Bedürftigen. Wir können dies vor allem im Jahre
1645 beobachten, in dem umherziehende Truppen die gesamte Ernte vernichtet
hatten18.

Der Innenhof des ehemaligen Kapuzinerklosters.

Aufn.: Stadtbauamt Offenburg

Vor allem während der Schreckenstage der Zerstörung Offenburgs durch
französische Truppen im September 1689 leisteten die Kapuziner große Hilfe.
Der Herzog von Duras war der Leiter der militärischen Operation gegen
Offenburg. Die Kapuziner baten ihn, er möge die Stadt nicht verbrennen.
Doch er machte auf Bitten des Kapuzinerguardians von Straßburg nur das eine
Zugeständnis, das Kapuzinerkloster zu verschonen19. Dabei mag auch eine
Rolle gespielt haben, daß die Kapuziner Beichtväter des französischen Königs
Ludwigs XIV. waren und die französischen Mitbrüder des Ordens wahrscheinlich
die Bitten der Offenburger Patres unterstützten. So blieb das Klo-

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