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Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
65. Jahresband.1985
Seite: 298
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im Ried bei Rastatt und gleichzeitig die nördlichste Pfarrei der Ortenau. Die
Riedorte Plittersdorf und Wintersdorf wurden 1780 und 1807 selbständige
Pfarreien. Die früher ebenfalls zur Pfarrei Ottersdorf gehörigen Dörfer Muffenheim
und Dunhausen waren um 1500 und 1583 untergegangen, weil sie zu
nahe am Rhein lagen.

Der Rhein hatte im Mittelalter durch Verlegung seines Laufes die fünf Rieddörfer
zunächst vom Elsaß losgerissen und auf eine große Insel verlegt. In
mehreren Urkunden aus der Zeit zwischen 1310 und 1464 wird diese Insellage
bezeugt. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde wegen Zollstreitigkeiten der
rechte Rheinarm durch einen Querdamm abgesperrt, wodurch die Riedorte
seither rechtsrheinisch liegen.

Die Riedorte bei Rastatt, von denen Plittersdorf schon vor mehr als 1250 Jahren
(731) erstmals erwähnt wurde, hatten bis weit ins späte Mittelalter hinein
keinen eigenen Seelsorger, sondern wurden von der linksrheinischen Benediktinerabtei
Selz aus kirchlich betreut. Sie gehörten also zur elsässischen Pfarrei
Selz und zum Landkapitel (Dekanat) Unterhagenau innerhalb der Diözese
Straßburg. Im Jahre 1371 wurde die Gründung einer Kaplanei für die damaligen
fünf Rieddörfer Ottersdorf, Plittersdorf, Wintersdorf, Dunhausen und
Muffenheim im zentral gelegenen Ottersdorf angeregt. Diese Kaplanei erhob
man im Jahre 1415 zur Pfarrei1.

Die Pfarrer von Ottersdorf

Erstmals im Jahre 1419 wird der Name eines Ottersdorfer Pfarrers genannt.
Es war der Leutpriester „in dem inner riet" namens Johannes Hertenberg. Er
dürfte schon seit der Pfarreigründung im Jahre 1415 Pfarrer in Ottersdorf
gewesen sein und stammte wahrscheinlich aus dem Elsaß. Hertenbergs Einkünfte
im Jahre 1418, von denen er im folgenden Jahr dem König Sigmund
den zehnten Teil abzugeben hatte, bestanden in 30 Viertel (etwa Malter) Roggen
. Das Viertel Roggen kostete damals dreieinhalb Schilling Pfennig. Außerdem
hatte Pfarrer Hertenberg von Opfern, Seelenmessen und anderen kirchlichen
Gebühren im Jahre 1418 sechs Pfund und drei Schilling Pfennig eingenommen
. Das ergab ein Jahreseinkommen von elf Pfund und acht Schilling
Pfennig, wovon die Zehntabgabe für den König Sigmund ein Pfund, zwei
Schilling und neun Pfennig ausmachte2.

Aus den folgenden 75 Jahren fehlen leider alle Angaben über die jeweiligen
Ottersdorfer Pfarrer. Erst am Ende des 15. Jahrhunderts wird wieder ein
Name eines in Ottersdorf wirkenden Geistlichen genannt. In späteren Zeiten
erachtete man nämlich die schriftlichen Unterlagen über die früheren Geistlichen
für wertlos und warf viele davon eben weg. So steht in einer Zusammenstellung
der für die Riedorte aufschlußreichen Selzer Akten und Urkun-

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