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Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
65. Jahresband.1985
Seite: 309
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1985/0309
Die Schule auf dem Land im 18. Jahrhundert

— am Beispiel der Gemeinde Hofweier
Josef Bayer

Der Verfasser stieß bei der Erforschung der Geschichte Diersburgs unter den
12 Überlebenden des 30jährigen Krieges auch auf den „schuolmaister" Georg
Benz. Diese frühe Erwähnung eines Lehrers in einem kleinen Dorf veranlaßte
ihn, sich mit der Frage der Schule auf dem Dorf etwas näher zu befassen. Unter
diesem Gesichtspunkt untersuchte er die Akten von Hofweier nach Angaben
über Schule und Lehrer.

Hofweier gehörte zur Herrschaft Binzburg, die aus Hofweier, Niederschopfheim
sowie 1/3 Schutterwald bestand. Die letzten Grundherren waren die
Freiherren von und zu Franckenstein, die heute noch in Ockstadt über Friedberg
/Hessen wohnen. So mußten die Urkunden gesucht werden im Francken-
stein'schen Archiv in Offenburg und im Pfarrarchiv Hofweier. Im folgenden
werden diese zwei zitiert mit AF und Pf AH.

Da das dörfliche Schulwesen in den Händen der Kirche lag, legte es sich nahe,
die „Geschichte des Landkapitels Lahr1 (von Michael Hennig, 1893) nach
Schulnachrichten abzusuchen, denn Hofweier gehörte zu diesem Kapitel. Darin
heißt es S. 75ff.: 1361 erwarb Gengenbach zu Ichenheim 12 Viertel Korngült
ab dem Hof zu Hotenwilre, „dem man spricht der schullehren Hof"; das
Bürgerbuch zu Lahr führt 1356 unter anderen Örtlichkeiten ein Schulhaus
auf; 1377 verkaufte ein Ulrich von Schuttern 10 Schilling Pfennig jährlicher
Gült ab seinen Äckern zu beiden Seiten der Schutter, die „Schulmeisters
Äcker" genannt; das Bürgerbuch von Wolfach enthält 1470 eine ausführliche
Dienstanweisung für den Schulmeister mit einer Vergütungstabelle, ebenso
Gengenbach einen Diensteid eines Schullehrers von 1525; in einer Zusammenstellung
der Einkommensteile der Pfarrei Ottenheim wird im 16. Jahrhundert
genannt: „Der Pfarrgarten an der Schul"; und als schließlich 1538 der Inhaber
der Herrschaft Binzburg, Jörg von Bach, starb, kam sein Erbe an Verwandte
, u.a. an Fleckenstein, von diesem an Dalberg — „Das Patronat aber
verblieb bei Thiersberg und kam an die Röder, während die Schule durch die
Dalberg Bettendorf, Erthal und Franckenstein besetzt wurde". Soweit aus
Hennig.

Diese Anmerkungen zeigen doch deutlich auf, daß auch in den Dörfern unserer
Heimat schon sehr früh Schulen bestanden. Es wundert daher nicht, daß in
Diersburg 1645 ein Lehrer genannt wird, daß nach Bartelt in Niederschopfheim
1629 ein Severin Hildenbrand als Lehrer gestorben ist und nach dem
30jährigen Krieg schon wieder drei Lehrer erscheinen2.

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