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Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
65. Jahresband.1985
Seite: 329
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18x8x6 Meter = 864 cbm. Für den geplanten Weinbrennerbau von 33 x 18 x
11 Meter = 6534 cbm genügte das kleine Werk nicht mehr, ganz abgesehen
von den Beschädigungen durch den wiederholten Abbau und Wiederaufbau
von 1760 und 1809 und die ungünstigen Einflüsse infolge der Schäden des
Langhauses an Dach und Fenstern.

Um dem neuen Weinbrennerbau Platz zu machen, wurde 1808 das Langhaus
der unter Pfarrer Wolmershäuser im Jahre 1602 erstellten Kirche abgerissen.
Zuvor mußte man aber die alte Silbermannorgel entfernen, was im Januar
1808 von Conrad Sauer aus Straßburg besorgt wurde. In den Gemeinderechnungen14
ist darüber zu lesen: „1808 d. 8 ten Jänner Habe ich mit zwey Gesellen
die Orgel in der Kirch helfen abbrechen und 3 Kisten zu den Pfeifen einzupacken
gemacht ... ich habe ein 100 negel dazu geben . . .

Johannes Brehm, Schreiner Meister"

Der Aufbau des neuen Langhauses ging zügig voran. Die Gottesdienste fanden
während des Kirchenbaus im damaligen Schulhaus (dem späteren Rathaus
, heutige Kirchstraße 32) statt. Ende 1809 waren bereits wieder behelfsmäßig
Gottesdienste in dem Neubau möglich. Blasius Schaxel, dem der Auftrag
für die neue Orgel durch Vertrag vom 12. November 1809 zugesprochen
worden war, hat sich erboten, bis zur Fertigstellung derselben die alte Silbermannorgel
im neuen Kirchenschiff noch einmal aufzustellen. Das geschah in
der Zeit vom 17. bis 30. November 1809. Die entsprechende Stelle des Vertrags
lautet: „Da nach dem Versprechen des berühmten Orgelbauers Schaxel
von Herbolzheim nach einem Accord einer neu zu erbauenten Orgell in Altenheim
, Er, abgemelter die allte Orgell ohnentgeltlich aufzubauen versprochen
hat; so verpflichtet sich die Gemeinde hingegen, Ihm, dem Orgelbauer seine
Reiseunkosten, seine Außlage an Leder für Blaßbälge nebst Drath und s.w. zu
vergüten . . .'"5 Bereits 5 Tage nach Abschluß des Vertrags über eine neue
Orgel kam Schaxel am 17. November 1809 mit einem Gesellen in Altenheim
an. Sie wohnten auf Kosten der Gemeinde im Gasthaus zur Stube.

Die Silbermannorgel wurde also in der Zeit vom 30. November 1809 bis zu
ihrer endgültigen Entfernung am 6. August 1811 noch einmal benützt. An diesem
Tag schließlich wurde das alte Orgelwerk endgültig abgebaut, am gleichen
Tag die neue Orgel mit 7 vierspännigen Wagen angefahren und auf die
Kirchenempore hinaufgetragen:

,,. . . mit 7 Mann Handfröhnern in der Kirche die alte Orgel helfen abbrechen
und heruntergetragen und die neue von sieben Wagen abgeladen und
hinaufgetragen"16.

Wie aus dem Diätenzettel des Heimburgers vom 8. November 1808 und dem
mit Schaxel am 12. November 1809 abgeschlossenen Vertrag hervorgeht, wollte
die Gemeinde von Anfang an die alte Orgel dem Herbolzheimer Orgelbauer in
Zahlung geben. Aus diesem Grunde wurde Kantor Bannmeyer aus Lahr be-

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