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Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
69. Jahresband.1989
Seite: 179
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1989/0179
Der General Caulaincourt ist vom Ersten Konsul mit der Ausführung dieses Befehles beauftragt
. Er wird, was Sie gewiß nicht bezweifeln, dabei alle Rücksichten walten lassen, welche
Sr. Kurfürstliche Durchlaucht nur irgendwie wünschen können, und wird auch Ew. Excellenz
dieses Schreiben überreichen.

Genehmigen Sie, Herr Baron . . .

Talleyrand.

Gleichzeitig erhielt General Caulaincourt den folgenden Brief. Mit der Ausführung
beauftragte dieser seinen Adjutanten von Berckheim (s.o.).

Paris, den 20. Ventöse des Jahres XII
(11. März 1804).

General!

Ich beehre mich, Ihnen hiermit einen Brief an den badischen Ministerpräsidenten, Baron
Edelsheim, zu schicken, den ich Sie bitte, Sr. Excellenz zu überreichen, aber erst dann, wenn
Ihre Expedition nach Offenburg ausgeführt sein wird. Der Erste Konsul beauftragt mich nämlich
, Ihnen mitzuteilen, daß, wenn Sie aus irgend einem Grunde nicht in der Lage sind, französische
Truppen in das badische Gebiet einrücken zu lassen, und wenn dies dem General
Ordener gleichfalls nicht möglich sein sollte, dieser Brief in Ihren Händen bleiben und dem
Minister des Kurfürsten nicht zugeschickt werden darf.

Auch bin ich beauftragt, Ihnen ganz besonders einzuschärfen, alle Papiere der Baronin Reich
zu konfiscieren und hierher zu liefern.
Ihr ganz ergebener

Talleyrand.

Die sich überstürzenden Ereignisse zwischen dem 10. und 16. März ließen
sich in ihren Auswirkungen und der genauen Abfolge erst nachträglich ganz
überblicken.

Die beiden von Frankreich aus gesehen völkerrechtlich vertretbaren Parallel-
Aktionen hatten zu Beginn gleiches Gewicht und wurden nicht so sorgfältig
auseinandergehalten und getrennt behandelt, wie es später wünschenswert
schien, als die Ettenheimer Aktion zu einer Affäre Enghien mit weitreichenden
Folgen geworden war.

So wird Caulaincourt mit der Affäre Enghien in Verbindung gebracht in folgendem
Brief, der vor allem zeigt, welche Wirkungen diese Aktionen auf
Baden gehabt haben. Staatsminister von Edelsheim schrieb an Außenminister
Talleyrand am 17. März 1804:

,,Der Kurfürst fühlt sich sehr betroffen von den Vorwürfen, die der Brief
enthält, den Eure Eminenz mir unter dem 20. Ventöse XII (11. März) geschrieben
haben und den mir General Caulaincourt gestern morgen nach seiner
Rückkehr von Euenheim nach Straßburg übergeben ließ. Wenn seine
Hoheit der Kurfürst nicht völlig davon überzeugt gewesen wäre, dem 1. Konsul
niemals auch nur den geringsten Grund zur Unzufriedenheit gegeben zu
haben, würde sie nicht die jetzigen Vorwürfe in diesem Fall nur den Umständen
zuschreiben und überzeugt davon zu sein, daß die späteren Resultate
den Schein schon zerstören würden, auf den sie gegründet waren . . .

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