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Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
69. Jahresband.1989
Seite: 337
(PDF, 111 MB)
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Meldungen über Aktivitäten der NSDAP, ihrer Organisationen und Gliederungen
standen generell im Vordergrund, während die Öffentlichkeitsarbeit
der Stadtverwaltung eher zurückhaltend war: in der Hauptsache wurde über
die jährlichen Rechenschaftsberichte des Gemeinderats ausführlich berichtet
. Entsprechend lag bei den Personen der Schwerpunkt der Berichterstattung
bei Kreisleiter Rombach und nicht bei Oberbürgermeister Rombach.

Die Termine der Aktivitäten und Veranstaltungen wurden lange vorab angekündigt
, am betreffenden Tag wurde erneut darauf hingewiesen und am folgenden
Erscheinungstag ein ausführlicher Bericht abgedruckt. Ähnliches
gilt für Sammlungen etwa der HJ, des DRK, des Kriegs-Winterhilfswerks
oder des Volksopfers; noch tage- oder gar wochenlang wurden bis ins kleinste
aufgeschlüsselte Sammelergebnisse bekanntgegeben.

Gelegentlich finden sich in den Lokalspalten auch Bekanntmachungen des
Gauleiters oder der Reichsregierung. Die Todesanzeige für die Opfer des
Luftangriffs vom 6. September 1943 und die Aufforderung der NSDAP-
Kreisleitung an die Bevölkerung, an der Beerdigung teilzunehmen, waren an
prominenter Stelle der Lokalseite abgedruckt.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Berichten über Personen, Firmen oder
Vereine, die sich besondere Verdienste erworben hatten, beispielsweise die
Ernennung zum ,,NS-Musterbetrieb".

Fast täglich fanden sich Kommentare, die in aufmunterndem bis drohendem
Ton eine Art Lebenshilfe zu einzelnen Problemen leisteten, welche die durch
den Krieg veränderten Lebensbedingungen aufgaben.

Regelmäßig erschienen auch Ratschläge für Kleingärtner, die „Selbstversorger
", und für den Küchenzettel der Hausfrauen, unter anderem komplette
Wochenspeisepläne.

Die eigentliche Lokalberichterstattung schrumpfte im Verlauf des Kriegs immer
mehr auf das Format von Kurznachrichten: Geburtstage, Todesfälle,
Unglücksfälle, Glückwünsche, Verbrechen usw.

Erwähnt werden müssen in diesem Zusammenhang die Cartoons zur Verbreitung
einer kriegsangepaßten Lebensweise wie der ,,Kohlenklau", „Herr
und Frau Spießer", ,,Tine" und ähnliche sowie die Anzeigen von Bahn, Post,
DRK, Kriegs-WHW usw., die ebenfalls auf den Lokalseiten erschienen.

Fast ebensoviel Raum wie die politischen Lokalnachrichten nahmen die Berichte
aus dem kulturellen Leben ein: die kulturellen Veranstaltungen, teilweise
von Parteiorganisationen durchgeführt, betrafen hauptsächlich
Feierstunden, Vorträge über Heimatkultur, Musikprogramme. Daneben findet
man auch recht ausführliche Berichte über Filme, klassische Konzerte
und Theateraufführungen, die sich kaum als Kritiken bezeichnen lassen. Sie

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