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Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
69. Jahresband.1989
Seite: 433
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CDU-Landtagsfraktion noch im März 1978 einen „salomonischen" Spruch
dahin fällte, daß die vom Ministerium ins Auge gefaßte Einrichtung eines
zentralen Freilichtmuseums nicht zu Lasten der regionalen Einrichtungen
im Lande gehen darf, beschloß der Ministerrat im August 1978, die vorhandenen
nichtstaatlich getragenen Freilichtmuseen zu fördern und diese zu leistungsfähigen
regionalen Freilichtmuseen auszubauen. Die Entscheidung,
ob trotzdem noch ein zentrales Freilichtmuseum errichtet werden soll, wurde
auf zwei Jahre verschoben. Das Jahr 1979 war von mehreren gegenseitigen
Stellungnahmen beherrscht. Zugleich wurde in Tübingen ein Verein
gegründet, der sich für ein zentrales Freilichtmuseum aussprach und dies
immer wieder in der Öffentlichkeit kundtat. Dabei wurde an eine zehnjährige
Aufbauzeit gedacht, an ein Museum an der Grenze zwischen Baden und
Württemberg, an eine Museumsfläche von 200 Hektar, an ein jährliches
Budget von drei bis vier Millionen DM, an die Anstellung von Wissenschaftlern
und Handwerkern. Dieses zentrale Freilichtmuseum sollte die bestehenden
regionalen Einrichtungen beraten, die ihrerseits im Jahre 1979
um eine weitere — das Hohenloher Freilandmuseum in Wackershofen —
anwuchsen. Die ebenfalls inzwischen ins Leben gerufene Landesstelle für
Museumsbetreuung und das Württembergische Landesmuseum sprachen
sich im August 1979 für sechs Einzugsbereiche regionaler Freilichtmuseen
im Lande aus; die Landesstelle sollte das Bindeglied für die jeweiligen Museen
werden.

Hinter dieses Konzept stellte sich der zuständige Minister für Kunst und
Wissenschaft Ende 1979 und förderte die Baumaßnahmen in den Freilichtmuseen
mit 50 Prozent. Im Februar 1980 sprach sich der Nestor der deutschen
Freilichtmuseen — A. Zippelius — für ein ,,sowohl als auch" aus.
Dabei monierte er, daß den regionalen Freilichtmuseen im Lande das wissenschaftliche
, pädagogische, technische und handwerkliche Fachpersonal
fehle. Mittlerweile versuchte eine Wanderausstellung, die bisher formulierten
Gedanken über die Freilichtmuseen der Bevölkerung nahezubringen.
Ein Fernseh-Interview 1980 im ,,Vogtsbauernhof" brachte keine Entscheidung
oder Annäherung der verschiedenen Standpunkte. Im Landtag wurde
eine kleine Anfrage im bisherigen Sinn beantwortet; ein Symposium anläßlich
der Heimattage in Offenburg erbrachte ebenfalls keine Klärung, so daß
die Landesregierung Ende 1980 die Entscheidung zugunsten eines Landesfreilichtmuseums
auf weitere zwei Jahre verschob. Der Streit um den Standort
eines weiteren regionalen Freilichtmuseums für die Baar brachte 1981
wiederum die Befürworter eines Landesfreilichtmuseums auf den Plan, die
die bestehenden regionalen Freilichtmuseen kritisch beleuchteten. In Gutach
etwa fehle eine sozial aufgefächerte Darstellung der bäuerlichen Lebensweise
, auch der Hintersassen und der kleinen Leute. Die vertretenen
und gezeigten Hausformen seien für den Schwarzwaldbereich nicht komplett
; es fehlten insbesondere ein Oberrheinhaus und die gemauerten Häu-

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