Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 519,m
Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
69. Jahresband.1989
Seite: 542
(PDF, 111 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Regionalia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1989/0542
te. Nur ein Esel konnte ihn ausfindig machen
. Ebenso wird nicht klar, warum eine
Gemeinschaft von Klerikern, — das waren
die Prämonstratenser — die doch der Seelsorge
dienen wollten, sich auf einen Ort zurückzogen
, der weitab von jeder größeren
menschlichen Siedlung war, und dort einen
bedeutenden Kirchenbau erstellten, der weder
durch das Grab der Klostersgründern,
noch durch den Besitz von verehrungswürdigen
Reliquien ausgezeichnet war.

Eingehend untersucht wird die Gründungsurkunde
der Uta von Schauenburg, ein undatiertes
Schriftstück, dessen Original nicht
erhalten ist. Es wird gesehen im Zusammenhang
mit jenen Urkunden, die ausgestellt
wurden von ihrem Verwandten
Eberhard von Eberstein, den Bestätigungsschreiben
von Kaisern und Päpsten und dem
Bischof von Straßburg. Nach Meinung des
Verfassers bedurfte es eines dreimaligen
Anlaufs, bis die mit der Klostergründung
verbundenen Rechtsfragen verbindlich geregelt
waren. Der Personenkreis der Gründer
von Allerheiligen besteht schließlich aus
Uta, ihrem Gatten Weif und den Zähringern
, wie der Verfasser auf Grund der
päpstlichen und kaiserlichen Bestätigungs-
urkunden nachweist.

Ferner beschäftigt sich der Verfasser mit der
Grundausstattung des Klosters. Er zeigt,
daß ihr Kernstück das Patronat über die
Pfarrkirche von Nußbach und der Anteil am
dortigen Königshof, alter Reichsbesitz, war.
Schließlich sei noch erwähnt, daß bei der
Gründung von Allerheiligen auch das Verhältnis
Welfen-Zähringer-Staufer von Bedeutung
ist, denn die Schauenburg, Erbteil
Utas von ihrer Mutter, der Tochter des Zähringers
Berthold II., eignete sich ihr Gatte
Weif nach der Hochzeit an, und er vermachte
, da kinderlos, seinen Besitz an Barbarossa
, durch den er an dessen Sohn König
Heinrich VI. kam. Der Verfasser meint, daß
„Allerheiligen, wenn auch nur in einem
engbegrenzten Raum, der Erbe aller, der
Weifen, Zähringer und Staufer" war.

Man mag zu den Ausführungen des Verfassers
kritisch stehen, sie sind durch viele
Quellenbelege und Hinweise auf die entsprechende
Literatur gestützt. Es wird klar.

daß die Gründung von Allerheiligen nicht
bloß ein frommer Akt im Hinblick auf das
Seelenheil war, sondern auch wegen der
Verquickung der Verhältnisse eine schwierige
Rechtsangelegenheit. Sie erkannt und erschlossen
zu haben ist das Verdienst der
gründlichen und sorgfältig die Umstände
prüfenden Arbeit.

H. Sehn.

Max Scheifele. Die Murgschifferschaft

Geschichte des Floßhandels, des Waldes
und der Holzindustrie im Murgtal mit Beiträgen
von Casimir Katz und Eckart Wolf.
Gernsbach 1988, 530 Seiten, 120 Abbildungen
, zahlreiche Karten und Skizzen (Schriftenreihe
der Landesforstverwaltung Baden-
Württemberg. Band 66)

Wer sich heute mit dem Wald und den Holzgewerben
beschäftigt, kommt nicht umhin,
diese neue Veröffentlichung der Landesforstverwaltung
Baden-Württemberg zu benutzen
. In ihr befassen sich drei Autoren in
profunder Weise mit dem Wald und der Flößerei
sowie dem Holzhandel der Murgschifferschaft
und schließlich mit deren und des
Murgtals Holz- und Papierindustrie.

Eckart Wolf, Leiter des Forstamtes der
Murgschifferschaft, beschreibt zunächst (S.
10—71) den Wald der Murgschifferschaft nach
Standortfaktoren, Eigentumsrechten, Forstbetrieb
. Waldzustand und Entwicklung des
Waldbaus.

Danach besticht Max Scheifele, ehemaliger
Landesforstpräsident von Baden-Württemberg
, mit seiner ausführlichen (S. 73—456)
Studie über die Flößerei und den Holzhandel
im Murgtal. Dieser Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte
beschäftigt sich intensiv
mit den Schifferschaftsordnungen, mit dem
Wald- und Holzgewerbe um 1500 bis um
1800.

Neueste Zeitaspekte fehlen jedoch nicht,
ehe eine Zusammenfassung sowie ein reichhaltiger
Anmerkungs- und Literaturteil diese
Abhandlung beschließen, die eindrucksvoll
und reich bebildert ist.

542


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1989/0542