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Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
80. Jahresband.2000
Seite: 116
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Günter Fehringer

beschädigte Fahrzeuge, Gebäude und Verkehrseinrichtungen zu beklagen.
Zahlreiche Straßenverbindungen waren tagelang gesperrt und der Schienenverkehr
, insbesondere auf den Strecken in den Schwarzwald, teilweise
eingestellt. Erste Anlauf- und Alarmstelle am Schadenstag war für die
stark betroffene Bevölkerung die Integrierte Leitstelle Ortenau. Sie wurde
verstärkt durch Kräfte der Technischen Einsatzleitung, einer Führungseinrichtung
des Ortenaukreises in Katastrophenfällen. Ein Krisenstab des
Landratsamtes koordinierte darüber hinaus den Einsatz. So konnte sichergestellt
werden, daß die Vielzahl der Alarmrufe schnell und sicher die helfenden
Einsatzkräfte vor Ort erreichen konnten. Es war dem großen Engagement
, der Einsatzkraft sowie dem verantwortungsvollen Handeln der
Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks, aller Polizeidienststellen und
der Rettungsdienste zu verdanken, daß dem Geschehen noch am Schadenstag
der erste Schrecken genommen werden konnte.

In den folgenden Tagen und Wochen koordinierte eine im Landratsamt
Ortenaukreis eingerichtete Arbeitsgruppe die Hilfen für die geschädigten
privaten und öffentlichen Waldbesitzer im Ortenaukreis. Eine wesentliche
Hilfe war dabei das Angebot der Forstdirektion Freiburg, in anderen
Bundesländern freigewordene Waldarbeiterrotten mit Maschinen und
Führungskräften über die jeweiligen Forstämter den Waldbesitzern zur
Verfügung zu stellen. Außerdem wurde durch die Arbeitsgruppe der Bedarf
an ausländischen, insbesondere polnischen Waldarbeitern, bei den
Städten und Gemeinden des Ortenaukreises erhoben und dieser geschätzte
Bedarf dem Arbeitsamt Offenburg zugeleitet. Die privaten und öffentlichen
Waldbesitzer konnten so über das Arbeitsamt Offenburg zum einen persönlich
bekannte ausländische Waldarbeiter konkret anfordern und deren Beschäftigung
genehmigen lassen; andererseits jedoch auch über das Arbeitsamt
entsprechende Fachkräfte vermitteln lassen. Im Rahmen des Sturmtiefs
„Lothar" wurden von den betroffenen öffentlichen und privaten Waldbesitzern
insgesamt 1057 polnische, 25 rumänische, drei tschechische, drei
ungarische und sechs kroatische Waldarbeiter angefordert.

Das Land Baden-Württemberg stellte aus Anlaß der erheblichen
großflächigen Schäden ein Soforthilfeprogramm von zunächst 100 Mio.
DM bereit. Ein Einsatz der Bundeswehr wurde ebenfalls von der Arbeitsgruppe
angefordert, führte bisher allerdings nur zu dem Ergebnis, daß die
Söhne der betroffenen Waldbesitzer zunächst vom Wehrdienst freigestellt
werden, damit sie bei der Schadensbeseitigung zur Verfügung stehen. Ob
darüber hinaus Bundeswehreinheiten zur Unterstützung eingesetzt werden,
ist vom Bundesverteidigungsministerium noch nicht entschieden. Auf
Grund der begrenzten Absatzmöglichkeiten des in erheblicher Menge angefallenen
Sturmholzes mußten für ca. 1,5 Mio. Festmeter Stammholz
Zwischenlagerplätze mit Naßkonservierung gesucht und eingerichtet werden
. Die Standortfindung wurde durch das für die Genehmigungsverfahren


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