UB Freiburg, H 519,m
Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
80. Jahresband.2000
Seite: 158
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Bernhard Littenweiler

Von den in Straßburg von 1476 bis 1484 veröffentlichten Werken hat
Heinrich Knoblochtzer nur neun eindeutig mit seinem Namen gekennzeichnet
. Aber mit Hilfe der vier Typen in den von ihm firmierten Büchern
konnten ihm noch weitere 31 Straßburger Drucke zugeschrieben werden28.
So entstand schon in seiner Straßburger Zeit ein umfangreiches Werk, mit
dem er sich würdig in die Schar der Inkunabeldrucker dieser Stadt einreihte
.

Drucke aus seiner Heidelberger Werkstatt

Es ist erstaunlich, wie schnell Heinrich Knoblochtzer nach dem Weggang
aus Straßburg in Heidelberg Fuß fassen konnte. Offenbar verfügte er trotz
Ortswechsel im Januar 1485 in Heidelberg schon wieder über eine funktionierende
Druckerpresse. Durch Typenvergleich konnten ihm die am 21. Januar
1485 gedruckten Sermones de sanctis, eine Sammlung von Predigten
zu Heiligenfesten, von Hugo de Prato Florido, zugewiesen werden, die bisher
als Erzeugnis eines nicht näher bekannten Lindelbach-Druckers galten29
.

Auch sein berühmter Totentanz, dem weiter unten ein besonderes Kapitel
gewidmet ist, wurde um 1485 gedruckt. 1486, in dem Jahr, in dem der
Eintrag in die Studentenmatrikel der Universität Heidelberg erfolgte,
brachte er offenbar hauptsächlich grammatische Schriften heraus. Aus dem
Jahr 1487 sind keine Drucke bekannt, aber sehr wahrscheinlich war er mit
der Beschaffung neuer Schriften und der Vorbereitung des Satzes für den
dann am 21. Mai 1488 gedruckten Bartholomaeus Anglicus voll beschäftigt30
.

Sein erster namentlich gekennzeichneter Druck in Heidelberg ist das
schon genannte, am 18.12.1489 gedruckte Buch De modo et ordine docendi
et discendi von Baptista Guarinus31.

Auch in Heidelberg druckte er fast die Hälfte der Bücher in deutscher
Sprache32. Einige Titel seien zitiert: Am 8. Juli 1490 erschien der Ackermann
von Böhmen, den er 1477 schon einmal in Straßburg aufgelegt hatte,
dann ebenfalls 1490 Dietrich von Bern und außerdem der Kalenbergpfaffe,
1491 eine weitere Ausgabe der Melusinen-Sage. 1492 gab er das nur aus
sechs Blättern bestehende kleine Werk über die Tischzucht heraus und um
1494 Jacob Koebels Sybillenweissagung33.

Mit Dietrich von Bern hatte Knoblochtzer 1490 ein Heldenepos aus
dem Kreis der Dietrichsagen ausgewählt. Es schildert den Kampf Dietrichs
und Hildebrands mit dem Riesen Sigenot und dürfte eine wohl schon vor
1350 im Elsaß entstandene Version dieses Themas sein34.


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