UB Freiburg, H 519,m
Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
80. Jahresband.2000
Seite: 212
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Gernot Kreutz

Im Südwesten liegt das Königswald-Feld. Dieses Gewann war noch zu
Anfang des 19. Jahrhunderts Wald und gehörte zum gemarkungsübergrei-
fenden herrschaftlichen Königswald. Der Offenburger Anteil wurde in drei
Zeitabschnitten auf den Stock gesetzt. Aus diesem abgeholzten Wald war
nun das Königswald-Feld entstanden. Der Name drückt die Beziehung zu
Reich und König aus, zumal das Königs Wäldlen 1559 „des Herren
Wäldlen" hieß.27 Mit Sicherheit läßt sich aber eine Verbindung zu einem
Familiennamen bisher nicht ausschließen. Der heutige Königswald - ehemals
Gemarkung Schutterwald - ist seit nunmehr dreißig Jahren Teil der
Gemarkung Hofweier.

Eine kolorierte Karte (Abb. 5) aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (um
1846) ist nach Westen ausgerichtet (die ostwestliche Richtung des Stellweges
weicht nur geringfügig nach Norden ab). Dargestellt ist nur der Teil
des Königswaldes, der auf der Gemarkung von Offenburg lag. Von diesem
Offenburger Anteil wurde zunächst der Osten des Waldes ausgestockt, dem
aber bald auch der westliche Teil folgen sollte, so daß nun das Königswald
-Feld entstand.

Der 1860 festgeschriebene Gewann-Name An der Hofweierer Straße
war zuvor nur eine Lagebezeichnung, die seither amtlich zur Kennzeichnung
von Flurstücken in diesem Gewann gehört. Die ersten bekannten Belege
für den Ortsnamen Hofweier sind Hoviwilar und Hofwilre.29 Weier ist
wie Weiler Gattungsname für eine kleine, wohl durch Rodung entstandene
Ausbausiedlung. Sie ist wahrscheinlich auf grundherrlichem Boden (Hofgut
) entstanden. Hof kann nicht nur im Sinn eines Bauernhofes verstanden
werden, sondern auch als Herrenhof für eine weltliche oder geistliche
Herrschaft.

Im Namen Schwaderloch steckt Schwad(er) für seichtes, sumpfiges
Wasser.30 Die beiden Gewanne Unter- und Ober- Schwaderloch sind in
Hofweier verhältnismäßig großflächig, so daß Loch als Vertiefung vielleicht
nicht gemeint sein mag. In der Mundart läßt sich Loch leicht mit
Loh verwechseln. Möglicherweise steht hier Loch für das häufig in Flurnamen
vorkommende Loh im Sinn eines lichten Gehölzes.

Aus der Entstehungszeit des neuen Stadtteils stammt der noch mündlich
bekannte Name „Lädelebuckel" für die geringe Bodenwelle in Nähe des
ehemaligen kleinen Einzelhandelsgeschäftes. Despektierlich wurde der
Graben entlang der Königswaldstraße „Stinkgraben" genannt. Erst etwa
dreißig Jahre später entstand die Siedlung Oberörtle, die scherzhaft „Land
der flachen Dächer" oder auch „Brettar-Dorf' (nach einem damaligen städtischen
Beamten) genannt wurde.

Fast alle Straßen-Namen sind in Hildboltsweier nach Blumen benannt -
26 an der Zahl, davon nur zwei ,,-straßen". Die nahe gelegene Kleingarten-
Anlage mag vielfach Pate für die Blumen-Wege gestanden haben. Königswaldstraße
und Im Stockfeld haben ihren Bezug zu den alten Gewann-Na-


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