UB Freiburg, H 519,m
Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
80. Jahresband.2000
Seite: 289
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Eine katholische Kirche in evangelischen Landen

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aber nur deren offensichtliche Hoffnungslosigkeit festhalten. In dieser Situation
erhielt die Sache einen unverhofften Impuls, der sich als Initialzündung
für die Errichtung der heutigen Kirche herausstellen sollte. Im Oktober
1857 wandte sich der Wagshurster Pfarrverweser Anton Riesenecker29
schriftlich an den Erzbischof und teilte diesem mit, daß sich bei ihm schon
mehrere Personen von Rheinbischofsheim über den trostlosen Zustand der
dortigen Katholiken beklagt hätten. Die Zustände seien derart, daß die
meisten dieser rund 150 Katholiken an den Sonn- und Feiertagen den protestantischen
Gottesdienst besuchen würden. Pfarrverweser Riesenecker
fragte an, ob nicht durch eine allgemeine Sammlung oder durch einen Zuschuß
aus dem allgemeinen Kirchenfond ein Beitrag zur Errichtung einer
eigenen Kirche aufgebracht werden könne. Da der dortige, eifrig katholische
Doktor schon früher darauf hingearbeitet habe, einen Verein zur
Sammlung der notwendigen Gelder zu bilden, sollte dies doch unterstützt
werden.

Das Erzbischöfliche Ordinariat war nach dieser Anregung tatsächlich
bereit, dem angesprochenen Mangel abzuhelfen. Es teilte dem Honauer
Pfarramt bereits am 16.10.1857 mit, daß die Abhaltung eines Gottesdienstes
in Rheinbischofsheim ein längst anerkanntes Bedürfnis sei, das am besten
durch den Bau einer Kapelle für 150-200 Personen befriedigt werden
könne. Die Kirchenbehörde zeigte sich geneigt, für die Herbeischaffung
der nötigen Mittel Sorge zu tragen, schränkte jedoch ein, dass von den allgemeinen
kirchlichen Fonds nichts zu erwarten sei. Um einer Preistreiberei
vorzubeugen wurde angeregt, daß sich ein vertrauenswürdiger Katholik in
aller Stille nach einem als Bauplatz geeigneten Stück Garten- oder Ackerland
umsehen sollte.

Der Honauer Pfarrer nahm diese Mitteilung „mit freudigster Überraschung
" zur Kenntnis, wies aber das Ordinariat fürsorglicherweise darauf
hin, daß die Katholikenzahl in der Diaspora aufgrund der im Jahr zuvor
erfolgten Aufhebung des Bezirksamtes Rheinbischofsheim und der Versetzung
der Beamten, worunter sich auch Doktor Kreß befand, auf 72 zurückgegangen
sei.30 Das Ordinariat meinte daraufhin, daß unter diesen Gesichtspunkten
die Kapelle zwar etwas kleiner ausfallen könne, aber nach
wie vor ein dringendes Bedürfnis darstelle.

Bereits im November 1857 meinte der Honauer Pfarrer, einen geeigneten
Platz zur Erbauung einer Kapelle in Rheinbischofsheim gefunden zu
haben. Es handelte sich um den Garten des pensionierten Amtsdieners
Kautz, der gegenüber dem Lindenplatz, an der Ecke der Kirchgasse (heute
Kirchstraße) bzw. Dorfgasse (heute Altrheinstraße) lag.31 Diesen Garten,
der 80 bis 88 Fuß lang und ungefähr 58 bis 60 Fuß breit war, hielt Pfarrer
Weiser als Bauplatz für geeignet. Auch wenn eine Kapelle am Lindenplatz
sicherlich gut gelegen gewesen wäre, sprachen letztendlich doch drei
Punkte gegen einen Erwerb des angesprochenen Grundstücks. Zum einen


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