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Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
80. Jahresband.2000
Seite: 359
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Festung, Stadt und Dorf Kehl 1771 bis 1815:
Aufstieg, Blütezeit und Untergang

Hartmut Stüwe

Nach der Wiedervereinigung der beiden Markgrafschaften Baden-Baden
und Baden-Durlach im Jahre 1771 entwickelte sich Kehl durch Fördermaßnahmen
des neuen Regenten, dem Markgrafen Karl Friedrich, zu einem
blühenden Handelszentrum. Einen Höhepunkt dieser Entwicklung bildete
die Verleihung der Stadtrechte am 24. August 1774. Mit den Koalitionskriegen
ab 1792 wurde dieser Prozeß jedoch gestoppt. Es begann eine Phase
der mehrmaligen Besetzung und Zerstörung von Dorf und Stadt Kehl,
die 1815 mit der Schleifung der Festung endete.

Die Wiedervereinigung Badens unter Markgraf Karl Friedrich
im Jahre 1771

1771 wurden die Markgrafschaften Baden-Baden und Baden-Durlach nach
236 Jahren der Trennung wiedervereinigt. Der letzte Markgraf von Baden-
Baden, Ernst August, blieb ohne männlichen Nachfolger. Nach seinem Tod
am 21. Oktober 1771 fiel durch einen 1765 abgeschlossenen Erbvertrag die
Markgrafschaft Baden-Baden an Karl Friedrich, den Markgrafen von Baden
-Durlach1. Von dieser Wiedervereinigung der badischen Herrschaftshäuser
waren auch die Festung Kehl und das Dorf Kehl betroffen.

Denn die Festung Kehl war - mit mehreren Unterbrechungen - seit
1698 in baden-badischem Besitz. Von Ludwig XIV. nach Plänen von Vau-
ban 1681 erbaut, wurde sie nach dem Pfälzischen Krieg durch den Friedensvertrag
von Rijswijk 1697 dem Deutschen Reich zugesprochen. Der
deutsche Kaiser Leopold I. übergab sie dem Markgrafen Ludwig von Baden
-Baden, auch Türkenlouis genannt, wegen seiner Verdienste im Krieg
gegen die Türken als sogenanntes Reichsmannlehen. Die Festung, zwischen
Rhein und Kinzig gelegen, blieb bis zur Ära Napoleon in badischem
Besitz und wurde 1815 geschleift. Sie bestand im wesentlichen aus der
Citadelle und einem vorgelagerten Teil, dem sogenannten Großen Hornwerk2
. Innerhalb dieses Hornwerks begann die Entwicklung der späteren
Stadt Kehl. Bei Bauarbeiten in der heutigen Innenstadt werden immer wieder
massive Reste der Festungsanlagen freigelegt3. Ansonsten ist ein
Fensterrahmen aus Sandstein, schön verziert im Stile Louis Seize, die einzige
erhalten gebliebene Erinnerung an die Kehler Festung.

Innerhalb der badischen Markgrafschaft bildeten die Festung und das
Hornwerk als politische Gemeinde ein eigenes Amt. An der Spitze dieser


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