UB Freiburg, H 519,m
Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
80. Jahresband.2000
Seite: 418
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Gerhard Finkbeiner

Wahlbezirke nicht angesessenen und nicht wohnenden, so wie der unter 2.
und 3. Erwähnten am Wahltage noch nicht zu Bürgern aufgenommenen
Männer, ferner die Zulassung der nach Nr. 1. erst nach geschlossenem
Wahlacte Abstimmenden, so wie endlich die unstatthafte Verlegung des
Sitzes der Wahlcommission in das Wohnzimmer eines Kranken, um auch
noch seine Stimme zu fischen, sind gewiß sehr bedenkliche Erscheinungen
. Sie sind an sich rechtswidrig und bezeugen nur zu deutlich die par-
theiische Einmischung zu Gunsten Herrn Völckers.

Als vollends unglückselig aber erscheinen die unter 4. 5. 6. und 7. angeführten
Geldbestechungen.

Meine Herren! Zum ersten Male erscheint hier die deutsche, die badische
Ehre befleckt durch bestimmte Anklagen des Verbrechens der Geldbestechung
zur Verfälschung der Volkswahlen und der Reihen der Volksvertreter
.

Gewiß, wenn jemals, so ist es hier unsere Pflicht, für die Reinheit der
badischen Volks- und Deputirtenehre, für die Treue und Verfassungsmäßigkeit
unserer Wahlen zu wachen und nach dem Grundsatz: principiis
obsta! dem ersten Beginne solchen krebsartigen Uebels mit Nachdruck
entgegenzutreten. Hierzu kommt, daß landeskundig diese ganze Bestechungsgeschichte
im weiten Umkreise den größten Scandal erregt hat, und
daß somit eine öffentliche Widerlegung oder eine öffentliche Genugthuung
durchaus nothwendig ist.

Ich glaube nicht weiter hinzufügen zu dürfen, um Sie zu überzeugen,
daß wir diese Wahl beanstanden müssen."

Nach dem Bericht des Vorsitzenden über die Seelbacher Petition meldeten
sich die Abgeordneten zu Wort. Als erster bat Johann Adam von Itz-
stein, 1842 in den Wahlkreisen Lahr (Stadt), Villingen und Rastatt (Amt)
als Abgeordneter gewählt, folgende Tatsachen zur Kenntnis der Kammer
bringen zu dürfen:

„Als ich vor etwa 14 Tagen in Lahr war, vernahm ich in einer Versammlung
von 20 bis 25 der geachtetsten Bürger jener Stadt bei der Nachfrage
über die durch das ganze Land gedrungene Bestechung bei den Wahlen,
daß die Bestechungen, welche bei der Wahlmännerwahl in dem Landamtsbezirke
Lahr stattgefunden haben, einen sehr tiefen und empörenden Eindruck
auf sämmtliche Bürger gemacht, und eine wahre Aufregung darüber
erzeugt haben, daß ein Uebel der Art in Deutschland erscheine, und bei
dieser Wahl zum ersten Male vorgekommen sei. Es wurde von diesen
Männern die Hoffnung ausgesprochen, daß die Entscheidung der Kammer
einem solchen Uebel künftig entgegentreten werde."


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