UB Freiburg, H 519,m
Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
80. Jahresband.2000
Seite: 562
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Renate Findeklee

Im „Renchthäler" vom 28. September 1895 wurde folgendes berichtet:
„Aus dem Renchthal, 25. September 1895

Petersthal ist in neuester Zeit wieder um einen Sauerbrunnen reicher
geworden. Derselbe wurde unmittelbar hinter dem „Schlüssel" in nächster
Nähe der Rench entdeckt. Herr Schlüsselwirt Schuck läßt die Quelle fassen
und eine Trinkhalle darüber erbauen. Beim Graben stieß man auf einen
Stein, der die Jahreszahl 1377 in römischen Zahlen trug. Man vermutet,
daß vor etlichen Jahrhunderten ein Brunnen an gleicher Stelle sich befand,
der aber wieder durch das Hochwasser der Rench zerstört wurde. "

Mit der Entdeckung und Nutzbarmachung eigener Mineralquellen
konnte A. Schäck nun endlich auch „Bade- und Trinkkuren" im eigenen
Haus anbieten und war dem Kurhaus im Ort nahezu gleichgestellt.

2 Jahre (1895 bis 1897) nahmen Grabungen, Ausbau und Einfassung
der Quellen in Anspruch, wobei Schäck eine Trinkhalle im Stil der damaligen
Zeit errichten ließ (Abb. 6). Die „aus alter Zeit stammende Quellenfassung
mit Trinkrohröffnung" - ein 2 Meter tiefer und 1 Meter breiter Sandsteinbehälter
- blieb erhalten und konnte in der neuen Halle besichtigt werden
(Abb. 7). Schäck bezeichnete sie als „Urquelle von 1377", was historisch
nicht bewiesen ist. Der im alten Gemäuer gefundene umstrittene
Stein zeigt eine Kuriosität: die vorletzte Ziffer V der in römischen Zahlen
eingemeißelten Jahreszahl 1377 = MCCCLXXVII ist in umgekehrter Form
A dargestellt (Abb. 8). Die Bedeutung dieser Abnormität ist - falls sie bewußt
erfolgte - unbekannt wie auch die Echtheit des Steines umstritten ist.
Eines lassen die Ausgrabungen jedoch unmißverständlich erkennen, daß in
früherer Zeit, wie weit dies auch zurückreichen mag, eine Quelle und ein
Gebäude hier bestanden haben.

Am 6. Januar 1897 nahm A. Schäck durch Inbetriebnahme seiner Quellen
und Fertigstellung der Trinkhalle den „Kurbetrieb im Haus" auf.

Der Besitzer gab den beiden Quellen seinen und seiner Gattin Namen:
„Adolf" und „Sophia". Die „Adolfsquelle" erwies sich als „Stahlwasser
1. Ranges" und den Wässern in Rippoldsau, Schwalbach, Marienbad,
Pyrmont und Elster ebenbürtig.

Die „Sophiaquelle" galt als „salinischer Säuerling" von „erfrischendem
angenehmen Geschmack und als Tafelwasser sowie als mild purgierendes,
eisenhaltiges Mineral-Heilwasser zu verwenden". Die Analyse der Quelle
und ein darüber erstattetes Gutachten durch den vereidigten Chemiker
A. Gawlowski aus Raitz (Brünn) erfolgte am 10.4. 1899. Eine spätere
Untersuchung des Quellwassers von 1907 stellte zusätzlich noch Gehalt an
Radium fest.

Die Anwendung der Quellen wurden laut damaligen Kurprospekten
empfohlen bei „Blutarmut und den darauf beruhenden oder damit verbun-


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