UB Freiburg, H 519,m
Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
80. Jahresband.2000
Seite: 641
(PDF, 123 MB)
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641

Buchbesprechungen und
Hinweise

Langenauer, Reiner Haehling von:
Tischtuchgeflatter. Dreizehn Erzählungen
und ein Gedicht. Baden: Göller
Verlag, 1999. 59 S.

Reiner Haehling von Lanzenauer, den
Lesern der „Ortenau" als Verfasser kluger
Arbeiten über bedeutende Kriminal falle
aus unserem Raum und über Juristen,
die auch dichterische Werke geschrieben
haben, wohlbekannt, legt nun das dritte
Bändchen eigener fiktionaler Texte vor.
Obwohl der Ich-Erzähler in den meisten
der dreizehn neuen Geschichten ständig
gegenwärtig ist, liegt das Biografische anders
als in „Die vergessene Kanone" und
in „Düstere Nacht, Hellichter Tag" eher
am Rande des Geschehens. Den Lebensraum
der handelnden Personen bildet die
kleinbürgerliche Welt des alten badischen
Kernlandcs im Oostal.

In einer eigenwilligen Interpretation
von Hemingways „Der alte Mann und das
Meer" scheint der Autor die Selbsthc-
scheidung auf das Machbare als Lebensmaxime
zu preisen, aber in seinen Erzählungen
erweist sich die Normalität als gefährlich
doppelbödig. Insbesonders Frauen
werden zu merkwürdig hilflosen Opfern
feindlicher Einwirkungen, des Krieges
, des treulosen Geliebten, der eigenen
sich selbstverleugnenden Liebe oder des
Ehemanns, der seine Frau von der selbstgewählten
idealistischen Lebensaufgabe
ausschließt. Nur eine Rcntncrin findet tapfer
eine neue Identität im fremden Amerika
, nachdem ihr Mann sie ohne Geld und
Paß auf einer Bank im Central Park einfach
hat sitzen lassen.

Ein paar heitere Texte von Wilderern
und „Schelmen" sowie zwei ironische Betrachtungen
über einen Krankenhausaufenthalt
und über Heiratsannoncen lockern
die vorherrschende dunkle Grundstimmung
auf. Die Erzählungen werden ohne
große Umschweife vorgetragen mit sparsam
, aber pointiert eingesetzter direkter
Rede. Die spannende Handlung läuft auf
ein überraschendes krisenhaftes Ereignis
zu, dessen Lösung der Autor gelegentlich
offen läßt. Als Beispiel dafür sei die Titelgeschichte
„Tischtuchgeflatter" genannt,
bei der sich der Leser die Folgen einer
Ferienbekanntschaft eines verheirateten
Mannes mit einer fremden Frau selbst ausmalen
darf. Auch der Kurzkrimi „Fahrstuhl
ins Jenseits" bleibt als Zeichen der
Verworrenheit menschlichen Daseins in
Erinnerung, weil der Verfasser alle Informationen
verweigert, auf die Kenner des
Genres üblicherweise Anspruch erheben.

Ein Liebesgedieht, reimlos, aber voller
Poesie, beschließt das Bändchen und versöhnt
verwirrte Gemüter.

Karl Maier

Schellinger, Uwe: Eine Kaserne und ihre
Menschen. Dokumentation zu einem
Ort Offenburger Geschichte (= Werkstattbericht
aus dem Stadtarchiv Offenburg
, Bd. 3). Offenburg 1998, 148 S.,
15 - DM.

Auch die Stadt Offenburg wurde im
Kontext der historischen Entwicklung vor
die Tatsache gestellt, daß die französischen
Truppen 1992 den Ort wieder verließen
, den sie 1945 befreit hatten. Was
tun mit den drei Kasernen, die nun leer
standen? In der Ihlenfeld-Kaserne jedenfalls
sollte, so der einmütige Gemeinderatsbeschluß
, die Kultur einen Platz, finden
, sollte also zivile Nutzung einkehren
nach der militärischen Vergangenheit, die
1898 als Garnisonskaserne des 170. Badischen
Infanterieregiments begonnen hatte.
Doch war nicht nur Militär in diesen
großen Backsteingebäuden gewesen. Es
wohnten hier auch schon einmal in Notwohnungen
nach dem Ersten Weltkrieg
Zivilisten, bevor die Nazis 1936 wieder
eine Wehrmachtskaserne daraus machten.
Kurz: zum 100jährigen Bestehen der Kaserne
gab die Stadt einem Historiker den


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