UB Freiburg, H 519,m
Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden
81. Jahresband.2001
Seite: 533
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„Gedenkstätte Vulkan"
Haslach im Kinzigtal

Sören Fuß

Man ist nicht nur verantwortlich für das, was man tut,
sondern auch für das, was man geschehen lässt.

Roman Herzog

Am 25. Juli 1998 wurde im Urenwald bei Haslach im Kinzigtal die „Gedenkstätte
Vulkan" eingeweiht. Mehr als 53 Jahre nach Kriegsende entstand
endlich in dem Gebiet, in welchem Häftlinge aus 19 Ländern von
September 1944 bis April 1945 ihre Gesundheit einbüßten oder gar ihr Leben
ließen, eine Stätte, die an jene schrecklichen Ereignisse erinnert.

Zur Vorgeschichte

Haslach hatte im Sommer 1944 ungefähr 3700 Einwohner und unterschied
sich bis zu dieser Zeit nicht von vielen anderen gleichgroßen Städten. Allerdings
sollte diese Stadt für mehr als 1700 Männer in den letzten acht
Monaten des Krieges zu einem Ort der Qualen, von Krankheit und Tod
werden. Ursache dieser Entwicklung waren die bestehenden Bergwerkstollen
am Vulkan, einem Berg unweit von Haslach.

Ende des 19. Jahrhunderts hatte man in diesem Berg ein umfangreiches
Amphibolitvorkommen entdeckt. Dieses Gestein zeichnet sich durch
außergewöhnliche Härte und Zähigkeit aus, so dass es sich hervorragend
für den Eisenbahn- und Straßenbau eignet.

Nach anfänglichem Tagebau begann man ab 1911 mit dem unterirdischen
Abbau der ungefähr 1000 m langen Amphibolitlinse. Vor allem
durch den Bau des Westwalls vor dem Zweiten Weltkrieg entstand wegen
des erhöhten Schotterbedarfs ein verzweigtes Stollensystem, das in verschiedenen
Etagen mehrere hundert Meter tief das Berginnere durchzieht.
Da während des Russlandfeldzuges Maschinen und Belegschaft nach
Osten verlagert wurden, kam nach 1942 der Schotterabbau nahezu zum
Stillstand.


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