Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e. V., Frei122-Z2a
Sphinx: Zeitschrift für praktischen Okkultismus; Zentralorgan der Deutschen Okkulten Gemeinschaften
Augsburg, 1.1919/20
Seite: 49
(PDF, 83 MB)
Bibliographische Information
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Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie

  (z. B.: IV, 145, xii)



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eines schweren Krieges, und der grosse Pindar von Theben verfasste
eine Dichtung, um die Götter zu versöhnen, die durch fine Sonnenfinsternis
ihren Unmut bezeigten.

Die jonische Naturphilosophie hat in ihren astronomischen Voraussetzungen
viel vom Orient gelernt. Thaies und seine Nachfolger verdankten
dem Osten ihr Wissen oder hatten ihre Erkenntnis doch den
Babyloniern zu verdanken.

Eine astrologische Bedeutung der Geburtsstunde liegt in den
Worten, mit denen Hektor seine Gattin tröstet:

„Gegen das Schicksal hinab in den Hades sendet mich niemand.
Aber verhängtem Geschick entrinnt der Sterblichen keiner. Bei der
Geburt schon verfällt ihm der Tapfere so gut wie der Feige."

Die philosophische Schule des Pythagoras bereitete der Astrologie
in Griechenland den Weg, und Cicero vertritt den pythagoreischen
Glauben in dem Satz: „Es gibt am Himmel nicht Zufall, noch Ungefähr
, noch Irrweg, noch Eitelkeit, im Gegenteil nur Ordnung.
Wahrheit, Vernunft und Dauer."

Platou und sein grosser Schüler Aristoteles, sonst durchaus nicht
in allem einig, vertreten beide mit ungewöhnlicher Wärme die astrologische
Idee, wenn auch der verschiedene Entwicklungsgang dieser
beiden Männer eine verschiedene Auffassung und Deutuug ihrer Worte
zulässt.

Wie in Griechenland, so ist auch in dem alten ägyptischen Reiche
die Astrologie nachweisbar. Die Wände der Tempel von Dendera,
Edfu, Athribis mit ihren astrologischen Darstellungen sind unumstöss-
liche Zeugen. Selbstverständlich finden wir auch hier nicht sofort ein
fertiges Ganzes, sondern linden eine aufstrebende Entwicklung.

Die alten Bücher des Thot, des ägyptischen Hermes enthalten
astrologische Wahrheiten, und die neuägyptische Astrologie liegt in
einem zweibändigen Werk, das die Namen eines Pharao Nechepso aus
dem 7. Jahrhundert v. Chr. und eines Priesters Petosiris trägt. In
diasem Werk wird auf alle Details der astrologischen Wissenschaft
eingegangen, und wird sich die Wissenschaft sicher später einmal
dieser Werke ernstlich annehmen.

Als dann in späterer Zeit das römische Reich Macht und Gewalt
an sich gerissen hatte, hing auch das Wohl und Wehe der astrologischen
Wissenschaft von der Willkür der jeweiligen Machthaber ab.
Neben Zeiten schönster Blüte, die dann allerdings auch die Ursache
der ungereimtesten Phantastereien wurden, brachen auch furchtbare
Zeiten der Verfolgung über die Astrologen herein. Die Anhänger
wurden alsdann aus allen Städten des Reiches gejagt, geächtet und
verfolgt, ihre Bücher verbrannt, sodass die römischen Christenverfolgungen
ein gleich furchtbares Gegenstück erhalten haben.

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