Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., ZG 1563
Hohenzollerischer Geschichtsverein [Hrsg.]
Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte
24/25(111/112).1988/89
Seite: 23
(PDF, 60 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg1988-89/0025
Die niederadelige Herrschaft Glatt

Urkunden und Akten in den meisten Archiven noch nicht abgeschlossen bzw. erst am Anfang.
Die vielen Kombinationen, die Locher mit seinen Einzelergebnissen anstellte, haben sich nicht
immer bewahrheiten können. Doch verdanken die Kritiker Sebastian Lochers diesem zumindest
die historischen Wegemarken.

Mit der Herrschaft Glatt befaßten sich nach Sebastian Locher nur wenige. Uber die Herren
von Neuneck schrieb zu Anfang unseres Jahrhunderts Pfarrer Wetzel einige Beiträge, Franz
Xaver Hodler stützte sich in seiner Arbeit von 1928 über das Oberamt Haigerloch vor allem
auf Locher. Neuere Arbeiten wurden erst in jüngster Zeit verfaßt: von Johannes Buckenmaier
1965 - »Die Herrschaft Glatt« - als Zulassungsarbeit für das Lehramt. Johann Ottmar konnte
1974 seine vorzügliche Dissertation, die Genealogie über die Herren von Neuneck veröffentlichen
.

Der vorliegende, zweiteilig angelegte Beitrag zur Rechts- und Wirtschaftsgeschichte der
Herrschaft Glatt im 16. Jahrhundert stellt eine Vertiefung der Arbeit von Johannes Buckenmaier
dar. Beide wissenschaftlichen Ergebnisse sind ohne das Erbe Sebastian Lochers nicht
denkbar.

EINLEITUNG

Das 16. Jahrhunden zeigt uns am oberen Neckar, besäumt von Schwarzwald und Schwäbischer
Alb, eine Vielzahl kleiner ritterschaftlicher Territorien, von denen eine Vielzahl aus nur
wenigen Dörfern bestand. Siegfried Kullen erwähnt circa 40 solcher Rittersitze in diesem
Gebiet1. Sie konzentrierten sich im wesentlich zu beiden Seiten des Neckars und östlich von
Horb; sie gruppierten sich um Balingen. Kleinere Herrensitze wie Leinstetten befanden sich
am Ostabhang des Schwarzwaldes, einige Kilometer von der württembergischen Amtsstadt
Sulz entfernt. Zwischen der Glatt und dem Dießener Bach saßen die Herren von Neuneck und
Ehingen. In viele Zweige teilte sich die Familie der Herren von Ow und jede dieser Linien
suchte ihren Besitz zu wahren, der zumeist an die Grenzen der Grafschaften Hohenberg oder
Zollern stieß.

Allen diesen ritterschaftlichen Territorien war gemeinsam, daß sie teils stark von den
Märkten in Horb und Rottenburg abhängig waren. Ihre Herren dienten entweder in der
Grafschaft Hohenberg, im Herzogtum Württemberg oder seltener in der Grafschaft Zollern,
obgleich die Ritterschaft mehrheitlich zu den Reichsrittern zählte. Die Herren von Neuneck
sämtlicher Linien dienten bis zum 16. Jahrhundert vor allem dem württembergischen Hause.
Nur wenige von ihnen wechselten im Laufe der Jahre ihren Dienstherren. Einige Ritter bzw.
Junker dieses Geschlechts nahmen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts Dienst in der
badisch-durlachischen Landesherrschaft. Ein einziger der Herren von Neuneck, ein Heinrich
aus der Linie A zu Glatt, bekleidete das Amt eines zollerischen Obervogtes in Haigerloch
(1526)2.

Zahlreiche Familien der Reichsritterschaft konnten sich nicht der Reformationsbewegung
anschließen und stellten sich daher vermehrt den katholischen Landesherren zur Verfügung.
Ihr Eigenleben und ihre Selbständigkeit vermochte die Reichsritterschaft mit Hilfe des Kaisers
bis 1805 zu erhalten. Das konnte leichter geschehen, da die drei Landesherrschaften Württemberg
, Zollern und Hohenberg sich in dieser Grenzzone neutralisierten, und jeder der
Landesherrn darauf achtete, daß keiner seiner beiden Nachbarn sich auf Kosten der Ritterschaft
verstärkte.

Die Grafschaft Hohenberg war im Spätmittelalter ein Vorposten des habsburgischen

1 Siegfried Kullen: Reichsritterschaft und Siedlungsbild. In: Zwischen Schwarzwald und Schwäbischer
Alb. Hg. von Franz Quarthai. Sigmaringen 1984. S. 222.

2 Vgl. mit der Tabelle I im Anhang.

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