Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., ZG 1563
Hohenzollerischer Geschichtsverein [Hrsg.]
Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte
42(127).2006
Seite: 35
(PDF, 55 MB)
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WILFRIED SCHÖNTAG

Gründungslegenden, Fälschungen und kritische Geschichtsschreibung
. Anmerkungen zu einer Arbeit von Leopold Stierle
über „Das ehemalige Kloster Bussen-Buron"

Wer zu der Erneuerung des Güter- und Einkünfteverzeichnisses der Pfarrkirche
Egesheim1 greift, macht einen sensationellen Fund zur karolingischen Geschichte
Beurons. In der von dem Notar Laurentz Haugst, Beisitzer am Hofgericht in Rottweil
, am 24. April 1551 aufgestellten Renovation der Eigen- und Legengüter wie auch
der Zinseinkünfte, stehen auf den letzten, ursprünglich nicht beschriebenen Seiten
(fol. 46v f.) mehrere Einträge, die von einer bis dahin völlig unbekannten Geschichte
eines alten und neuen Kloster Beuron berichten. Egesheim war eine Patronatspfarrei
des Augustinerchorherrenstifts Beuron, die im Hohenberger Territorium lag, also zu
Vorderösterreich gehörte. Daher waren neben den Mitgliedern des Ortsgerichts auch
Hans Schwaiger, Obervogt der Herrschaft Hohenberg, und der Egesheimer Pfarrer
Bartholomäus Pirtzschelin bei dem Rechtsakt anwesend. Eine Renovation von
Gütern oder Rechten erfolgte damals nach festen Regeln und bestimmten Formen der
Schriftlichkeit. Neben dem Grundtext, den hier der Notar erstellte, gab es Nachträge
, die in diesem Band bis 1784 vorgenommen wurden. Umfangreiche historische
Einträge sind in Urbaren jedoch etwas ungewöhnliches und müssen unsere Aufmerksamkeit
beanspruchen. Die notarielle Beglaubigung der Renovation endet auf
dem dritten Blatt (fol. 42v) der letzten Lage des Urbars, fol. 43r,v folgen einzelne
Nachträge, fol. 46 r steht der Nachtrag einer Urkunde aus dem Jahr 1559. Fol. 44 und
45, der mittlere Bogen fehlt vollständig. Auf der letzten erhaltenen Seite (fol. 48v)
folgt wieder ein Nachtrag zur Güterverwaltung aus dem Jahr 1637. Der mittlere
Bogen der Lage fehlt, ebenso ist das letzte Blatt abgeschnitten worden. Die kodikolo-
gische Beschreibung der Lage zeigt, dass sie bewusst verändert worden ist.

Seit dem 15. Jahrhundert hatten sich für die Verwaltung der nutzbaren Rechte und
Besitzungen zahlreiche spezielle Formen der Schriftlichkeit ausgebildet, genannt seien
nur die Lagerbücher, Zinseinzugsregister, Lehensbücher und Lehensregister, Rechnungen
, Kopialbücher und Auslaufregister. Daneben wurden in den Klöster und Stiften
Bücher geführt, die dem geistlichen Leben zuzuordnen sind. Neben den liturgischen
Büchern waren dies Anniversare, in denen die Namen der Wohltäter aufgezeichnet
waren, für deren Seelenheil an einem bestimmten Tag im Gottesdienst gebetet
wurde. Einer weiteren Gruppe sind die Bücher historischen Inhalts zuzuordnen,
die die vielfältigen Formen der Geschichtsschreibung der Klöster enthielt. Es ist

1 Landesarchiv Baden-Württemberg Hauptstaatsarchiv Stuttgart H 237 Bd. 160.

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