Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., ZG 1563
Hohenzollerischer Geschichtsverein [Hrsg.]
Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte
42(127).2006
Seite: 258
(PDF, 55 MB)
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Neues Schrifttum

Herrschaft und bäuerliche Untertanen in Alltag und Konflikt, Rottweil 1992; Claudia
Hobkamp: Herrschaft in der Herrschaft. Die vorderösterreichische Obervogtei
Triberg von 1737 bis 1780. Göttingen 1998; Franz Quarthai/Gerbard Faix (Hgg.):
Die Habsburger im deutschen Südwesten. Stuttgart 2000).

Der eigentliche Ertrag der Arbeit besteht nicht so sehr darin, dass unter den
bekannten Vorzeichen „Territorialisierung", „Herrschaftsintensivierung" und „Kon-
fessionalisierung" eine weitere „Gemeinderevolte" untersucht wurde (S. 161). Vielmehr
gelingt es Fink in sehr überzeugender Weise, die Bedeutung der Gemeinde aus
den Herausforderungen abzuleiten, denen sie sich zusammen mit der Herrschaft nach
Pest und Wüstungsphase stellen musste. Diese Fragestellung für die Widerstandsforschung
fruchtbar gemacht zu haben, ist Finks großer Verdienst. Seine Dissertation
verdient deshalb breite überregionale Beachtung; Gleichzeitig verfügt Böhmenkirch
nun über eine Ortsgeschichte, deren Niveau weit über dem herkömmlicher Ortsgeschichten
liegt.

Meersburg Martin Zürn

Joachim Emig: Friedrich III. von Salm-Kyrburg (1745-1794). Ein deutscher Reichsfürst
im Spannungsfeld von Ancien Regime und Revolution. Frankfurt am Main:
Peter Lang 1997. 392 S.

Einer der wohl schillerndsten Persönlichkeiten aus dem deutsch-französischen
Beziehungsgeflecht des 18. Jahrhunderts, des Fürsten Friedrich III. von Salm-Kyrburg
(1745-1794), nimmt sich die 1991 an der Universität Mainz entstandene und
1997 veröffentlichte Dissertation von Joachim Emig an. Der älteren Literatur gilt der
Fürst als „fanatischer Revolutionär" (Arthur Kleinschmidt) und einer der „blutdürstigsten
Genossen Robespierres" (Karl Theodor Hegel), die jüngere Forschung sieht
in ihm ein Bespiel für einen deutschen und noch dazu adligen „Revolutionär" (so
Alain Ruiz). Emig kritisiert zu Recht, dass für derartige Qualifizierungen bislang
schlichtweg die Forschungsgrundlage gefehlt habe, die er mit seiner Studie jetzt auf
breiter, sowohl die französische wie die deutsche Archivüberlieferung einbeziehender
Quellenbasis liefert. Positiv zu würdigen ist, dass die Untersuchung über die Revolutionsereignisse
hinaus auch die „Vorgeschichte" im Ancien regime einbezieht und
damit einen in der bisherigen Forschung noch eher raren epochenübergreifenden Vergleich
von politischem und gesellschaftlichem Verhalten in diesem Fall eines profilierten
Vertreters der Adelsgesellschaft bietet.

Fürst Friedrich III. von Salm-Kyrburg entstammt einer der drei salmischen Linien
des Dhauner Zweigs der dynastisch in der Frühen Neuzeit stark zersplitterten
linksrheinischen Wild- und Rheingrafen. Mit ihren Besitzungen im elsässisch-
lothringischen Raum stehen die wild- und rheingräflichen Häuser traditionell in
enger Verbindung zu Frankreich und zur dortigen Adelswelt. Der Vater Friedrichs,
Fürst Philipp Joseph von Salm-Kyrburg (1709 - 1779), übersiedelt mit seiner Familie
um 1750 vom damals österreichischen Brüssel nach Paris und bemüht sich fortan in
der französischen Hauptstadt nach Kräften um die Integration in die dortige Hoch-

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