Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., ZG 1563
Hohenzollerischer Geschichtsverein [Hrsg.]
Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte
44(129).2008
Seite: 292
(PDF, 59 MB)
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hier für das Frankenreich eine ganz neue Identitätsstiftung beginnt, deren Fernwirkung sich in
der immer wieder aufscheinenden Rückbesinnung Frankreichs auf dieses Erbe zeigt. Der politische
Streit um christliches Erbe oder durch die Grande Revolution gewonnene Laizität des
Staates im Zusammenhang eines Papstbesuches 1996 anlässlich der 1.500-Jahr-Feier der Taufe
Chlodwigs ist einer der überaus gelungenen Hinweise auf ein keinesfalls totes Erbe dieser weit
entfernten Zeit. Dem Autor gelingt es, durch diese Verbindungen einen sehr plausiblen roten
Faden in seine Darstellung einzuziehen, den andere vermissen lassen. Der Bezug auf Identitäten
und Identitätsstiftung verweist überdies - und dies ist innovativ - auf die Notwendigkeit
eines ideologischen Kitts in der überaus heterogenen „Vielvölker"-Struktur dieses Reiches und
spricht damit ein Problem an, das andere Darstellungen fast nicht berücksichtigen, zumal Uf-
felmann sich große Mühe gibt, die regionale Vielfalt des Frankenreiches dem Leser begreiflich
zu machen.

Uffelmann nimmt den Leser immer wieder explizit an die Hand, versetzt ihn dann aber in die
Lage, sich selbst ein Bild zu machen, da ihm genügend textliches wie bildliches Anschauungsmaterial
zur Verfügung gestellt wird. Am Ende hat der Leser zwar weniger Fakten gelesen
als in anderen Darstellungen - die Fakten red uktion ist das erklärte Ziel Uffelmanns -, aber
ein sehr deutliches und sehr eindrückliches Bild gewonnen über die politischen, kirchlichen, gesellschaftlichen
und wirtschaftlichen Strukturen des Frankenreichs. Nur gelegentlich bedauert
der Rezensent die bei der Reduktion gebrachten Opfer. So hätte es sich gut eingefügt, wenn
der Autor die Zwistigkeiten von Adelsfamilien um die Besetzung von Bistümern erwähnt hätte,
die Patric J. Geary an zahlreichen Beispielen belegen kann, um damit das Gewicht des Bischofsamts
zu unterstreichen.

Der Autor schreibt, wie er selbst sagt, für geschichtlich interessierte, aber nicht für professionelle
Leser. Das ist unnötige Bescheidenheit. Denn sicher ist, dass auch der professionelle Leser,
der Student der Geschichtswissenschaft und der Geschichtslehrer, der Museumsmitarbeiter
oder der Zeitschriftenredakteur einen großen Gewinn aus der Lektüre ziehen können, nicht nur
inhaltlich, sondern vor allem auch methodisch: wie durch die anschauliche Präsentation von
medial abgeschiedener Gelehrtenarbeit ein sehr farbiges Mosaik entstehen kann, das einer
fernen Epoche ein ganz erstaunliches Maß an Lebendigkeit verleiht.

Laichingen Heinz Pfefferte

Ute Ströbele: Zwischen Kloster und Welt. Die Aufhebung südwestdeutscher Frauenklöster
unter Kaiser Joseph II. KölnAA/eimarAA/ien: Böhlau 2005. 347 S. (Stuttgarter Historische Forschungen
I).

Das 200jährige Jubiläum des Reichsdeputationshauptschlusses 2003 rückte das Thema Säkularisation
in den Mittelpunkt der Forschung und fand bekanntlich u.a. durch den Katalog zur
Landesausstellung in Bad Schussenried, das Württembergische Klosterbuch und den von Edwin
Ernst Weber herausgegebenen Band über die Klöster im Landkreis Sigmaringen auch regionalen
Widerhall. Ströbele hat in ihrer Stuttgarter Dissertation das bis dahin wenig erforschte
Thema der Klosteraufhebungen Josephs II. in den bis 1806 habsburgisch regierten Gebieten
Südwestdeutschlands aufgenommen und dies in den Kontext der Kontinuität von Säkularisationsprozessen
in der frühen Neuzeit eingestellt. In den Vorlanden, denen Ströbeles spezieller
Blick gilt, reduzierte sich die Zahl der weiblichen Konvente durch diese Maßnahmen drastisch

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