Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., ZG 1563
Hohenzollerischer Geschichtsverein [Hrsg.]
Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte
46(131).2010
Seite: 20
(PDF, 40 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zhg2010/0028
Edwin Ernst Weber

Schüler des Staatlichen Gymnasiums Sigmaringen mit Lisa Frank (vorne 2. von links), um 1930
(Vorlage: Lisa Heyman, Florida).

sie nicht weiter diesen unmenschlichen Zumutungen auszusetzen.89 Am 31. Oktober
1935 verlässt Lisa Frank vorzeitig und ohne Abschluss das Sigmaringer Gymnasium,
ohne dass dies in den Schüler- und Zeugnislisten festgehalten worden wäre. Als in den
1950er Jahren die Hintergründe für den Schulabgang ermittelt werden sollen, kann die
damalige Schulleitung ob der fehlenden Verwaltungsunterlagen und der nicht einheitlich
lauten(den) Äußerungen ehemaliger Lehrer und Schüler keinen Aufschluss geben.9C
Den Erinnerungen des Sigmaringer Rechtsanwalts Fidelis Ott zufolge ist Lisa Frank
als einzige Jüdin am Gymnasium regelrecht weggeekelt worden. Gemäßigte Kreise in
der Stadt seien der Meinung gewesen, dass man sich nur wundern müsse, dass (sie) die
ständigen Demütigungen so lange ertragen könne.91 Die Aussichten des Mädchens für
den angestrebten akademischen Beruf waren durch diesen erzwungenen Schulabgang
vollkommen ruiniert.91

89 Schreiben Lisa und Patsy Heyman vom 17.11.2010 (wie Anm. 84).

90 Schreiben von Oberstudiendirektor Haege an das Landesamt für Wiedergutmachung Tübingen vom
14.1.1959 in der Entschädigungssache Lisa Hilda Frank (Staatliches Gymnasium Sigmaringen - Schülerakten
E-J 1950/60er Jahre, StAS Ho 339A T 1 Nr. 165). - Wiedergutmachungsverfahren Lisa Hilda Heyman
geb. Frank (StAS Wü 33 T1 Nr. 6475).

91 Schreiben von Rechtsanwalt und Notar Fidelis Ott an das Landesamt für Wiedergutmachung vom
30.12.1958 (Wiedergutmachungsverfahren Lisa Hilda Heyman geb. Frank, wie Anm. 90).

92 Antrag von Lisa Heyman auf Entschädigung für Schaden im beruflichen Fortkommen vom 7.7.1958
(Wiedergutmachungsverfahren Lisa Hilda Heyman geb. Frank, wie Anm. 90).

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