Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., ZG 1563
Hohenzollerischer Geschichtsverein [Hrsg.]
Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte
46(131).2010
Seite: 62
(PDF, 40 MB)
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Rudolf Seigel

schlechts gestellten Grafen Tassilo noch weiter zurück mit der Behauptung, dass die
Zollern einst Fürstenrang besaßen, weil sie vom fränkischen König Guntram I. (f 592),
Enkel König Clodwigs I. (f 511), abstammten. Herold hat auch das Ferfried-Colonna-
Problem gelöst. Er machte die Colonna zu einer nach Italien abgewanderten Nebenlinie
der Zollern. Herolds Stammbaum und die auf der Grundlage dieses Stammbaums
um 1572/74 als Prachthandschrift entstandene zollerische Hauschronik29 erfüllten mit
ihrer lückenlosen Mannesstammfolge, die von Tassilo bis zur Gegenwart reichte, ein
wichtiges Erfordernis. Denn bei allen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts veröffentlichten
zollerischen Genealogien gab es zwischen dem Spitzenahn Ferfried und dem
ersten zollerischen Burggrafen von Nürnberg eine Lücke.30

In diese Stammfolge hat Herold Burchard und Wezel als Söhne eines Grafen Fridle
(=Friedrich) von Zollern und der Sophia Pfalzgräfin zu Tübingen eingefügt und damit
als erster Burchard und Wezel für die Zollerische Genealogie entdeckt. Aus dem von
ihm benützen Druck von Johann Sichard konnte er nicht erkennen, dass die Nachricht
über Burchard und Wezel von Zollern zur Fortsetzung der Chronik Hermanns des
Lahmen durch den Chronisten Berthold gehört, weil am Ende von Sichards Druck
stand: Hermanni Contracti chronica finita

Herold schrieb für Graf Karl von Zollern Erläuterungen zu einzelnen Personen seines
Stammbaums,32 und bei Burchard und Wezel vermerkte er:

Das aber Wetzet unnd Burkhardt, gehrüder unnd graven zue Zolleren, von welchen
Hermanus Contractus under der jahrzahl 61 dise worth setzt: Burckhardus et Wezel
de Zollern occiduntur, würdet geschechen sein in dem leherman11, den Ruodolph grave
zue Reinfelden, ihr Schwager, mit Berchtolden dem hertzogen von Zeringen gehabt,
sich umb daß hertzogthumb Schwaben muffende, dan eben in dem selben catummel34
vill ehrlicher leüth darauffgangen, dieweill kayser Hainrich der Dritt ihme, dem Ze-
ringer, solches fürstenthumb zuegesagt; des khaisers muetter aber dem von Reinfelden
dasselbig eingeraumbt, da ohne zweifei sy, die von Zollern, ihr blueth ehr ver-
giessen, ehr sy ihrenn Schwager verlassen wellen.

In der Hauschronik des Grafen Karl wurde unter dem Bildnis des Grafen Burchard
Herolds Text gekürzt und unter der Jahreszahl 1063 (!) wiedergegeben (Abb. 1):

Graf Burckhardt, des Frideles söhne, der ist auch ain kriegßman gewest. Darumb hat
er seinem Schwager, dem graven von Reinfelden, ain kriegszug helffen verbringen wider
den hertzogen von Zäringen und daselbst auch sambt graf Wetzein von Zollern

29 Zu Herold und seinem Stammbaum und zur Hauschronik vgl. vorläufig: Seigel, Geschichtsschreibung
(wie Anm.22), S. 112-117.

30 Einige Autoren versuchten, diese Lücke mit der bei Wolfgang Lazius: De gentium aliquot migrationi-
bus ...libri XII. Basel 1557, S. 547-549, stehenden, aber nur bis zum Anfang des 12. Jahrhunderts reichenden
Stammfolge (die auch Herold benützte), wenigstens teilweise zu schließen.

31 Vgl. Sichard, Chronicon (wie Anm. 18), S. 107.

32 Vgl. Seigel, Geschichtsschreibung (wie Anm.22), S. 113f.

33 Aufruhr; lehrman kann auch Skandal bedeuten. Diese Bedeutung träfe zu, wenn damit gemeint ist, dass
Berthold von Zähringen das Herzogtum Schwaben wegen des gebrochenen Versprechens nicht erhalten hat.

34 Schlachtgetümmel

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