Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., ZG 1563
Hohenzollerischer Geschichtsverein [Hrsg.]
Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte
46(131).2010
Seite: 189
(PDF, 40 MB)
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Neues Schrifttum

frauen, Äbtissinnen und Laienschwestern (insgesamt 184 Personen), und schlussendlich
drei Graphiken zur wirtschaftlichen Lage des Klosters.

Eine Arbeit, die sowohl Fachfrau als auch Fachmann gerne neben die Untersuchungen
von Maren Kuhn-Rehfuji (Kloster Wald) oder von Margarete Reichenmiller (Kloster
Rottenmünster) in den Bücherschrank stellt.

Albstadt Peter Thaddäus Lang

Gerhard A. Wagner: Das geht auf keine Kuhhaut! - Redewendungen aus dem Mittelalter
. Stuttgart: Theiss-Verlag 2011. 160 S., schw.-weiß Abb.

Inspiriert von seinem Arbeitsplatz auf der Marksburg ob Braubach, der einzigen nie zerstörten
Wehranlage aus dem 13.-15. Jhdt. am Mittelrhein, hat der Geschäftsführer der
Dt. Burgenvereinigung (gegr. 1899), Gerhard A. Wagner (::"1954) etwa 300 Redewendungen
in einem handlichen Band zusammengefasst, um Lehrern der Fächer Deutsch
und Geschichte, aber auch bürgen- und kulturgeschichtlich interessierten Zeitgenossen
einen attraktiven Zugang zu Bildern aus dem Sprachschatz des 13.-19. Jhdts. zu vermitteln
, mit denen man - ganz nebenbei - einen Rundgang durch Burgen, Schlösser und
Städte für Jugendliche und Erwachsene sehr anschaulich gestalten kann.

Was für Engländer die idiomatischen Redewendungen, für Franzosen die gallicismes
et locutions sind, sind auch im Deutschen in der Regel bildhafte Ausdrücke, die nicht
durch eine Informationstechnologie quasi automatisch und wörtlich übersetzt werden
können. Gerhard A. Wagner führt den Leser in seinem gut illustrierten Band in eine Begriffswelt
quer durchs Alphabet zwischen „abblitzen" und „in der Zwickmühle stecken",
gegliedert in Wortfeldkapitel zwischen ritterlichem Wortschatz, Vorbildern aus der
Rechtspraxis, kirchlich-theologischen Anklängen oder einer Sprachpraxis im Umfeld
von Handwerk, Handel und Gewerbe, um abschließend Redewendungen zu erklären,
die zwischen „Maulaffen und Brotkörben" Häuslich-alltägliches beschreiben helfen.

Es geht dem Autor nicht darum, bekannte Wörterbücher der deutschen Idiomatik zu
ersetzen, sondern Sprichwörter und Redensarten vor dem Aussterben zu bewahren, deren
korrekte Deutung bei der Lektüre historischer Romane, bei einem Burgen-, Schloss-
und Museumsbesuch hilfreich sind, um sich ein Verständnis für vergangene Epochen
auch aus dem Überleben einer Wort- und Begriffswahl zu erarbeiten. Floskeln, Redewendungen
und Sprüche, die sich seit dem Mittelalter eingebürgert haben, können anhand
dieses überschaubaren Nachschlagewerks erschlossen werden. Gerhard A, Wagner
bietet damit für den deutschen Sprach- und Literaturunterricht, v. a. für
lebensweltliche Bezüge des Faches Geschichte sehr gute Anregungen und trägt dazu bei,
unseren Schülern und ihren Familien historische Gebäude, Monumente und (Sprach-)
Denkmale leicht verständlich nahe zu bringen. Der Rezensent vermisst Begrifflichkeiten
aus dem Jiddischen, der Alltagssprache der Juden in Mitteleuropa, die bis heute aktiv
verwendet werden (Bsp. Meschpoke, meschugge, Schlamassel, mogeln, Schmiere oder
Stuß) oder Begriffe aus dem (Kauder- oder) Rotwelschen als Wortschatz einer Mittelalter
- und neuzeitlichen Bettler-, Dirnen-, Gaukler-, Gauner- und Vagantensprache, deren
Gebrauchsvarianten in der Duden-Ausgabe (2003) noch einige Dutzend Einträge ge-

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