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nach einer anderen Richtung' keineswegs in demselben Verhältnisse. Die
zunächst für den Unterricht bestimmten Räumlichkeiten: Hörsaal, Secirsaal,
so wie die übrigen Arbeitsräume erwiesen sich alsbald als sehr ungenügend
und verlangten demgemäss eine Aenderung. So wurde denn 1822 der
bisherige Hörsaal mit Kuppel und Glasdach gebaut und die vordem Räume
dann zu Secirsaal und Küche verwendet; 1840 wurde der Secirsaal durch
Ilmzunahme der Küche vergrössert und die Küche ganz nach hinten verlegt.
Mit alle dem konnten aber die in der Lage begründeten Mängel dieses
Hauses nicht gehoben werden. Der der Anatomie eingeräumte nördliche
Flügel des alten Universitätsgebäudes sieht bekanntlich mit der einen
( nördlichen) Langseite nach einer engen Strasse und steht hier dem hohen
Hintergebäude des Rathhauses gegenüber, die andere, südliche, Seite ist nur
durch einen ziemlich schmalen Hof von dem 3 Stockwerke hohen und mit
hohem Dach versehenen sog. philosophischen Flügel getrennt, so dass das
Licht des nach dieser Seite gelegenen Hör- und Secirsaals ein sehr
mangelhaftes war und in letzterem im Winter oft schon um 3 Uhr nicht
mehr gearbeitet, werden konnte. Dabei fehlten die allernothwendigsteu
Räumlichkeiten, es fehlte ein Leichenkeller, — Secirsaal und Sectionszimmer
waren eines und dasselbe, in einem und demselben Zimmer mussten sich
Dircetor, Frosektor und Anatomiediener aufhalten und dasselbe war zugleich
das allgemeine Ansprachzimmer. Dadurch, dass unter dem Gebäude kein
Keller sich befindet, ist das Erdgeschoss, in welchem sich eben die genannten
Arbeilsräume befanden, feucht, so dass Alles zusammenwirke um
das Gebäude für die, welche genöthigt waren, sich darin aufzuhalten,
zu einem sehr ungesunden zu machen.
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