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zu einem Neubau, von welchem er jedoch ausdrücklich sagte, dass er
durchaus nur als ein Nothbehelf, keineswegs als dauernde Abhilfe betrachtet
werden könne.
Leider erfolgte hierauf im August 1853 eine hohe Ministerial-Ent-
si'liliessnng, welche einen Staatszuschuss zu einem Neubau verweigerte, womit
der Plan eines Neubaus nach damaliger Anschauung von selbst fiel.
Abermals war man daher auf Bauveränderungen angewiesen, die
nach sicherer Voraussicht doch wieder nur für einige Jahre eine palliative
Hülfe schaden konnten; Im Sommer 1856 wurden dieselben ausgeführt
und kamen etwas über 7000 fl. zu stehn'.
In einer Beziehung* schaffte dieser Umbau, wie nicht zu läugnen,
eine anerkennenswerthe Abhülfe; die Sammlungen konnten nun wenigstens
in zv^eckmässigerey Weise aufgestellt werden, die vergleichend-anatomische
im südlichen, die anatomische und pathologisch-anatomische im nördlichen
Flügel. Die wichtigsten Räumlichkeiten jedoch: Hörsaal, Secirsaal,
Arbeitszimmer erhielten keinerlei Zuwachs, weder an Raum, noch Licht,
noch Luft und die oben gerügten Missstände der anatomischen Anstalt,
sowohl für die darin Beschäftigten als für die Umgebung blieben durchaus
dieselben und Verbesserungsversuche hörten daher, auch jetzt nicht auf;
so wurde 1858 ein Arbeitszimmer für den Professor der Anatomie, 1859,
als Ersatz eines Leiehenkellcrs, eine Leichenversenkung u. a. m. hergestellt.
(Glücklicherweise wurde nun auch von den städtischen Behörden die
Verlegung der Anatomie aus der Mitte eines bevölkerten Stadttheils an
massgebender Stelle ernstlich unterstützt und für einen Neubau ein städtischer
Beitrag in Aussicht gestellt.
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