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Mit schwerem Herzen wurde dieser Ehtschluss gefasst; es kam jedoch
der April 1865 heran, bevor in Betreff* der Beschaffimg der Baukosten ')
aus Universitätsmitteln neue Vorschläge gemacht werden konnten. Die
Möglichkeit hiezu ergab sich insbesondere durch den inzwischen erfolgten
Verkauf des Universitäts-Rebguts an die Stadt zu Bauplätzen, den Verkauf
des Weinlagers und durch einige von der Wirthschaftsdeputation beantragte
finanzielle Massregeln, Die Plenarversammlung so wie die höhern Instanzen
genehmigten sämmtliche Anträge dieser Behörde; sofort wurden die Unterhandlungen
wegen des Bauplatzes eingeleitet, der Kauf abgeschlossen und
endlich am 24. Juni 1866 der erste Spatenstich zu dem Bau gethan, in
dem ich Sie heute zu begrüssen die Ehre habe, — per tot discrimina rerum!
Wenn es richtig ist — und ich glaube, dass es so ist, — was ich im
Anfang bemerkte, dass wir den Werth eines Besitzes nur im Vergleich mit der
Entbehrung schätzen können, so ist unsere Universität in der glücklichen
Lage einer sehr-leichten Vergleichung. Vor 100 Jahren Nichts, jetzt diese
reiche Anstalt! Ist nicht auch Dieses ein Bild des Ungeheuern Fortschritts,
der unser Jahrhundert in jedweder Beziehung kennzeichnet und der es zu
einem der merkwürdigsten aller Zeiten stempelt?
Aber nicht nur, wenn wir zeitlich unsere jetzige Anstalt mit sich
3 Dieselben sind auf 65,000 fl. veranschlagt, werden jedoch voraussichtlich
diesen Anschlag überschreiten. Die Stadtgemeinde hat
hiezu einen baaren Beitrag von 4000 fl. und ein Brunnen-Recht im
Werth von 1000 fl, geschenkt.
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