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Die Drachen fliegen , indem sie mit einem -merklichen Geräusch die Flügel schwingen.
Die Muskeln, welche die Flügel bewegen, weide ich weiter unten beschreiben. Ihr Flug
ist nicht sehr geschwind und gleicht einem Flattern, auch, können sie nur kurze Strecken
von zwanzig bis dreissig Schritten fliegen , um von einem Baum zum anderen zu gelangen
a). Beim Flug sollen sie nach der Versicherung Bontius den Kehlsack mit^ Luft an«
füllen. Die Drachen nehmen also in der Classe der Amphibien diejenige Stelle ein, welche
die fliegenden Eichhörnchen und die Fledermäuse in der Classe der Säugthiere einnehmen,
und die fliegenden Fische in der Classe der Fische. Sehr selten kommen die Drachen
auf die Erde , wie Van Ernest b) versichert, und dann kriechen sie nur sehr langsam,
weil sie durch die breiten Flügel, und den langen Schwanz gehindert werden , schnelle
Bewegungen zu machen. Lacepede c) und Daudin d) geben an , dafs sich die Drachen
auch im Wasser aufhalten und schwimmen konnten, wobei sie sich der Flügel als Ruder
oder Flossen bedienen sollen. Dieser Angabe mufs ich widersprechen, ich glaube, dafs
sich die Drachen niemals im Wasser aufhalten , weil ihre lange und ganz von einander
getrennte Zehen durch gar keine Schwimmhäute verbunden , und folglich zum JRudern
untauglich sind, und weil ihre grofsen Flügel, die in horizontaler Richtung stehen, durchaus
nicht nach der Art der Flossen bewegt werden können. Die Drachen können die
Flügel nur nach oben und unten bewegen, wie späterhin aus der Insertion der Flügelmus-
Ueln erhellen wird\ die Bewegung derselben nach Art der Flossen in perpendiculärer Rich-
a) Bontius a. a. O. Volant quiclem , sed non diu perseverant in volando , ab una nempe arbore cum Stridore in
aham transihunt, quae passus viginti , aut triginta a se invicem distant , non secus ac pisces volatici, qui
Hirundines aquaticae Gesuero dicuntur, et paueo tempore se ex aqua attollunt.
b) Daudin a. a. O. p. 291. Van Ernest, naturaliste hollandois tres-digne de foi, qui se propose die publier dans
peu de tems ses nombreuses recherclies Sur l'histoire naturelle des lies de la Sonde, et qui a plusieurs fois ob-
serve des dragons dans les bois de ces lies , m'a certifie, que ces elegans reptiles descendent rarement ä terre,
parce qu'ils rampent avec peine.
c) a. a, O. p.453. Quoiqu'il ait les doigts tres-se'pares les uns des autres, il n'est point re'duit ä habiter la terre
Seche et le sommet des arbres; ses poches, qu'il developpe et ses ailes, qu'il etend , replie et contourne i
volonte , Im servent non seulement pour s'elancer avec vitesse , mais encore pour nager avec facilite. Les
membranes, qm composent ses ailes, peuvent lui tenir lieu des nageoires puissanles , parce qu'elles sont
ifort grandes ä proportion de son corps; et les poches, qu'il a sots la gorge doivent, lorsqu'elies sont gonf-
lees, le rondre plus leger que l'eau.
d) a. a. 0. p. 292. Palisot Beauvois, associe a l'institut national, m'a certifie, qu'on trouve des dragons dau?
le royaume de Benin, et qu'il en a remarque un , qu'il n'a pas pu se procurer, parceque l'animal nageoit dans
uneriviere; cette Observation demontre donc que les dragons sont des reptiles atnphibies, de meine que beiu
des genres voisins.
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