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so dass das Heraussuchen der werthvollen Fossilien immerhin dem Kenner überlassen werden
muss. Dieses Vermengen der Lung1 chih mit recenten Zähnen ist offenbar auf Täuschung
des Publikums berechnet, da nur die mineralisirten schweren Versteinerungen in den Augen
der Chinesen Heilwerth besitzen.
Daher kam es denn auch, dass meiner gründlichen Durchsuchung dieses Chaos von
Steinen, Knochen, Fossilien und recenten Skeletttheilen ein gewisser Widerstand von Seiten
der chinesischen Geschäftsleute entgegengebracht wurde, ich musste gewöhnlich sehr hohe
Preise bezahlen oder auch das Geschäft zerschlug sich ganz und die mühsam herausgesuchten
Fossilien wurden wieder zurückgegeben.
Beide Sorten wurden nach dem Gewicht verkauft, der Preis schwankte ganz ausserordentlich
, so dass bestimmte Summen hier nicht angegeben werden können.
Die Drogen-Engroshandlungen in Shanghai beziehen diese Fossilien von den Provinzen,
die der Yangtsekiang durchströmt, sie werden immer nur in kleinen Mengen, etwa nicht
über einen Centner, mit anderen Waaren den Fluss herunter auf Dschunken dorthin trans-
portirt. Eine andere Bezugsquelle ist Tientsin; von dort kommen sie durch den Kaiserkanal
nach Shanghai. Jedenfalls wandern diese Versteinerungen, bevor sie in eine solche Handlung
kommen, durch sehr viele Hände, daraus ist auch die Ungenauigkeit der Aussagen der
Händler über ihren Ursprung zu erklären.
Weitere jedoch nicht so grosse Vorräthe traf ich in Ningpo, wo der jetzt leider verstorbene
Zolldirector P. G. v. Möllendorf mich durch seine Sprachkenntnisse aufs Wesentlichste
unterstützte. Am Yangtsekiang waren die durchsuchten Vorräthe recht spärlich in
den Städten Hankau, Wutchang, Shasi, Itchang und anderen.
Sehr ergebnissreich waren meine Forschungen in den Apotheken Pekings nach diesen
Versteinerungen. Ich traf zwar da keine Engroshandlungen mit so grossen Vorräthen wie
in Shanghai, sah aber dafür in den dortigen Drogerien ein ausgewählteres, gut erhaltenes
nicht mit so vielen Fälschungen gemischtes Material.
Es bleibt mir nun noch die angenehme Pflicht übrig, verschiedenen meiner Landsleute
und auch Ausländern in China an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank auszusprechen
für das grosse Interesse und die werthvolle Unterstützung, ohne die Vieles unmöglich gewesen
wäre. Vor Allem möchte ich danken Herrn Generalconsul Dr. Knappe, ferner den Herren
Consul Dr. Grunewald, Viceconsul Joh. Thyen, Dr. Cordes, Dr. Franke, Dr. Betz,
F. W. Hoffmann, Bergingenieur Vorschulte, den Herren des chinesischen Seezolles, besonders
Sir Robert Hart Bart, dem ich die ganze werthvolle Correspondenz über die Versteinerungen
verdanke, dann Herrn R. E. Bredon und Herrn H. A. Wilzer und zuletzt
und nicht am wenigsten den Herren Officieren des I. Seebataillons, deren Gast ich im
Frühjahr 190f in Peking war, besonders Herrn Oberstleutnant v. Madai; ihm bin ich für
sein liebenswürdiges Entgegenkommen zu ganz speciellem Danke verpflichtet.
München, 16. Juli 1902.
Dr. K. A. Haberer.
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