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Unter den Hyänenarten aus den Siwalik hat lediglich jene, welche bloss durch einen
von Lydekker als ?IIyaena felina1) bestimmten Unterkiefer vertreten ist, eine grössere
Aehnlichkeit, wenigstens gilt dies für den unteren P3. Ueber die Beschaffenheit des unteren
Mi — Grösse des Talons, Anwesenheit eines Innenhöckers — gibt diese Abbildung jedoch
leider keinen Aufschluss. Uebrigens halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass dieser Unterkiefer
wirklich zu Hyaena felina gehört, denn die Zähne sind hier nicht bloss kleiner, sondern
auch, namentlich der P3, viel gedrungener als bei der ächten felina — Lydekker 1. c. Fig. 12.

— Die übrigen fossilen indischen Hyänenarten haben mit Ausnahme von sivalensis2) niemals
einen Innenhöcker am unteren Mi, wie dies bei dem chinesischen Molaren der Fall ist, auch
sind die Prämolaren bei allen viel gestreckter wie hier und der obere P4 besitzt bei sämmtlichen
einen grossen, hier aber kaum angedeuteten Innenhöcker. H. sivalensis besitzt überdies noch
einen M2, der hier voraussichtlich fehlt.

Sehr viel näher steht hingegen die schon erwähnte, weitverbreitete Hyaena eximia
von Pikermi, Mont Leberon, Baltavär, schwäbische Bohnerze, Samos und Maragha mit ihren
ebenfalls dicken und gedrungenen Prämolaren und dem schwach entwickelten Innenhöcker

— Deuterocon — ihres oberen P4. Der Talon des unteren Mi ist dagegen schon reducirt,
auch hat dieser Zahn bereits seinen Innenzacken — Metaconid — verloren. In der primitiven
Ausbildung des unteren Mi gleicht die neue chinesische Art hingegen der Hyaena Chaeretis
von Pikermi.

Die neue Art und Hyaena eximia sowie die im Folgenden zu besprechende Hyaena
gigantea aus China sind gänzlich erloschene Formen. Sie haben für die späteren Hyänen-
arten im Oberpliocän und Pleistocän sowie für die lebenden Arten —■ brunnea, striata und
crocuta — keinerlei Bedeutung, denn bei allen diesen ist der obere letzte Prämolar stets
noch primitiver, insoferne er stets noch einen viel kräftiger entwickelten Innenhöcker besitzt.
Ihre Vorläufer müssen wir daher unter den Hyänen der Siwalikfauna suchen, welche sich
sämmtlich durch die Anwesenheit eines grossen Innenhöckers am oberen P4 auszeichnen. Auch
Hyaena sinensis kann aus dem nämlichen Grunde nur auf eine siwalische Art zurückgeführt
werden.

Hyaena gig-antea 11. sp. Taf. II, Fig. 1—3, 6—8.

Diese Art übertrifft in ihren Dimensionen alle bekannten fossilen und lebenden Hyänen.
Sie basirt auf folgenden, freilich nur in isolirtem Zustande vorliegenden Zähnen, die zudem
nieist sehr fragmentär sind, aber immerhin die Reconstruction des ganzen Gebisses gestatten:

1 unterer J3, 4 Spitzen von Caninen, 1 halber unterer P2, 1 unterer P3, 1 ganzer
und 1 halber unterer P4, 1 ganzer und 2 halbe untere Mi, 2 obere J3, 1 oberer Pi, 1 ganzer
und 1 halber oberer P2, 1 halber oberer P3 und 3 halbe obere P4. Vielleicht darf ein allerdings
sehr sonderbares Zahnfragment als die Hälfte eines oberen Mi gedeutet werden.

Alle diese Stücke stammen aus den rothen Thonen von Schansi etc. mit Ausnahme eines
oberen P4, als dessen Fundort ,,Thibetflussu angegeben ist, wie der Yangtsekiang zuweilen
genannt wird.

Die Incisiven bieten nichts besonders Auffallendes, jedoch muss erwähnt werden, dass
der untere J3 mit einem Nebenzacken versehen ist, während ein solcher am oberen J3 vollständig
fehlt. Die Grösse der Caninen lässt sich nicht mehr ermitteln, allein sie zeigen doch
sämmtlich den für Hyaena charakteristischen runden Querschnitt, zum Theil auch die gleichfalls
sehr bezeichnende Runzelung des Schmelzes.

Die unteren P2 und P3 haben an der Basis der dicken aber nicht sehr hohen Krone
nahezu rechteckigen Querschnitt. Ein vorderer Nebenhöcker ist gar nicht und der hintere
auch nur schwach entwickelt, dagegen ist vorne und hinten ein dicker Basalwulst vorhanden.
Ganz auffällig contrastirt hiemit der gewaltige, aber verhältnissmässig schmale untere P4, denn

') Siwalik and Narbada Carnivora. Palaeontologia Indica. Ser. X. Vol. II. 18S4, p. 109 (286)
pl. XXX. %. 3.

2) Ibidem p. 126 (303). pl. XXXIX. fig. 5.

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