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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/RA_4_2014_47/0046
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Der Gattungsname ist freilich schlecht gewählt, denn die von Jäger hervorgehobene Aehn-
lichkeit mit Dipus ist eine äusserst geringe, da dessen Zähne überhaupt nur eine einzige Falte
besitzen, wie überhaupt diese Gattung nicht im Entferntesten mit Dipoides verwandt ist,
allein es gebührt dieser unglücklichen Bezeichnung doch die unbestreitbare Priorität.

Ausser in den schwäbischen Bohnerzen kommt die Gattung Dipoides auch im Pleistocän
von England vor, wenigstens bildet Lydekker1) einen solchen Zahn ab, der jedoch viel grösser
ist als die Zähne aus den Bohnerzen und aus China, welch letztere wieder um ein Geringes
grösser sind als die ersteren.

Dipoides ist vermuthlich aus Nordamerika gekommen, oder richtiger, aus einer nordamerikanischen
Form hervorgegangen, denn im dortigen Miocän gibt es mehrere solche Casto-
riden mit geringer Faltenzahl, die aber freilich nur drei Backenzähne besitzen —■ Sigmogom-
phius, Eucastor.

Die Anwesenheit eines Castoriden in den sandig mergeligen Schichten Chinas ist ein
sicherer Beweis dafür, dass dieselben eine Süsswasserablagerung darstellen. In solchen sind
auch im europäischen Tertiär Eeste von Castoriden in der Regel anzutreffen.

Proboscidia.

Die Zähne von Mastodon und Stegodon haben wegen ihrer Grösse und ihres hübschen
Aussehens jedenfalls schon viel früher die Aufmerksamkeit der chinesischen Sammler erregt,
als die Zähne der übrigen fossilen Säugethiere. Sie sind die gesuchtesten und werthvollsten
unter allen Lung tsctfih. Allein die Vorräthe hievon dürften der Nachfrage schwerlich entsprechen
, was offenbar auch der Grund davon war, dass Herr Dr. Hab er er verhältnissmässig
wenig von solchen Zähnen erwerben konnte.

Unter dem Owen'scken Material waren sie dagegen relativ häufig. Auf einen derselben,
den zweiten Backenzahn des Oberkiefers, begründete dieser Autor seinen Stegodon sinensis,
die beiden übrigen, ein Fragment eines unteren Molaren und ein Fragment eines Milchzahnes (?),
bilden die Originale zu seinem Stegodon orientalis. Lydekker hat jedoch den Nachweis
erbracht, dass Stegodon sinensis mit Stegodon Clifti Falc. und Stegodon orientalis
mit Stegodon insignis Falc. identisch ist.

Koken hatte unter seinem Materiale zwei Zähne von Mastodon und zwei von Stegodon,
die er als Mastodon perimensis Falc. var. sinensis Koken und M. sp. ex äff. Pandionis
beziehungsweise als Stegodon insignis Falc. und St. äff. bombifrons Falc. bestimmte.

Einen sehr wohlerhaltenen Zahn von Stegodon insignis aus Kansu beschreibt v. Loczy.

Unter dem Materiale, welches Herr Dr. Haberer gesammelt hat, befindet sich ein sehr
schöner Molar von Stegodon insignis, drei grössere Zahnfragmente von Formen, welche an
Mastodon latidens erinnern, ein unterer erster Prämolar, ein Bruchstück eines oberen Milchzahnes
? und eines letzten unteren Molaren, welche sich an Mastodon Pandionis anschliessen
und mehrere unbestimmbare Stosszahnfragmente.

Da es sich um meist wohlbekannte Arten handelt und die mir vorliegenden Proboscidier-
zähne nicht viel Neues bieten, so darf ich mich bei deren Beschreibung möglichst kurz fassen.
Der Werth dieser Objecte liegt weniger auf paläontologischem als auf stratigraphisch-geographi-
schem Gebiete.

Elephas sp.

1871/72 Gaudry. Ossements d'animaux quaternaires recueillis en Chine. Bulletin de la societe geologique

de France. Tome XXIX, p. 178.
Gaudry erwähnt in dieser Notiz, dass Abbe David dem Pariser Museum einen
Elephantenkiefer aus Süen Hoa Fu geschickt hätte, der jedoch nicht specifisch bestimmbar wäre,
weil die Zähne fehlen. Immerhin spricht für die Bestimmung als Mammuth der Umstand,

x) Catalogue of the Fossil Mammalia in the British Museum. Part I, 1885, p. 221, fig. 30.


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