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Verschiedenheit zu begründen. Vollständigere spätere Funde werden vielleicht die specifische
Identität der chinesischen und persischen Form ergeben, für jetzt ist es dagegen vorzuziehen,
beide noch getrennt zu halten.

Sivatheriine gen. et sp. ind. Uriniatheriuni' Taf. IX, Fig. 19—25.

Unter dieser Bezeichnung führe ich eine Anzahl theilweise sogar noch im Zusammenhang
befindlicher lichtfarbiger Zähne aus den rothen Thonen von Schansi und Szrtschwan an, welche
sich von den entsprechenden Zähnen von Alcicephalus durch gewisse Merkmale unterscheiden
— vor Allem durch ihre verbältnissmässig geringe Höhe — aber vorläufig auch bei keiner
anderen verwandten Gattung untergebracht werden können.

Ausser an Alcicephalus erinnern sie auch an Zähne von Sivatheriinen. Sie haben
mit solchen die rauhe Oberfläche des Schmelzes gemein, sowie die kräftige Entwickelung des
Basalbandes an der Vorderseite aller Molaren und an der Vorder-, Innen- und Hinterseite der
oberen Prämolaren. An diesen bildet es einen ziemlich hohen weit abstehenden Kragen, während
es sich an den Molaren des Unterkiefers in mehrere Zapfen auflöst und an den Molaren des Oberkiefers
als gezackter Kamm entwickelt ist. Freilich kann von einer vollkommenen Ueberein-
stimmung mit einer der Sivatheriinengattungen durchaus keine Rede sein, aber immerhin
zeigen die unteren Molaren in dieser Beziehung einige Aehnlichkeit mit Hydaspitherium
und Sivatherium, die oberen Molaren nur mit dieser letzteren Gattung — wenigstens mit
den von Lydekker1) abgebildeten Molaren —. Eine genauere Vergleichung mit Zähnen von
Sivatheriinen ist jedoch schon desshalb nicht möglich, weil das Gebiss der einzelnen Gattungen
dieser Gruppe noch immer recht unvollständig bekannt ist.

Ich bin sehr geneigt, diese Zähne dem Urmiatherium zuzuschreiben, von dem man
allerdings bis jetzt nur das Cranium kennt. In den Dimensionen steht auch dieser Schädel
hinter dem von Sivatherium und Hydaspitherium ziemlich weit zurück, und da dies auch
für die vorliegenden Zähne aus China zutrifft, so wird die Wahrscheinlichkeit um so grösser,
dass auch sie zu Urmiatherium gehören dürften, Wenn auch nicht zu der persischen Art,
dem ü. Polaki.a)

Die Zähne, welche ich hier also provisorisch als solche von Urmiatherium? zusammenfassen
will, sind ein P3 des rechten und ein P4 des linken Unterkiefers und zwei noch im Kiefer
steckende untere Mi und M2. Vielleicht gehört auch ein unterer M3 hieher — Taf. IX, Fig. 19 —,
ferner zwei aneinander stossende Prämolaren, P3 und P4, des linken Oberkiefers, ein linker
und drei rechte obere Molaren, ein rechter oberer D3 und je ein rechter und ein linker oberer D4.

Während der untere P4 dem entsprechenden Zahne von Camelopardalis vollkommen
in seiner Zusammensetzung gleicht, unterscheidet sich P3 sowohl von dem von Camelopardalis
, als auch von jenem von Alcicephalus durch den Besitz eines nahezu isolirten Pfeilers
an Stelle der Innenwand. Er stimmt in dieser Beziehung mit dem P3 von Hydaspitherium
und Helladotherium überein.

Die unteren Molaren haben eine viel rauhere Oberfläche als jene von Alcicephalus und
zeichnen sich auch durch den Besitz eines mehrzackigen Basalpfeilers und eines ebenfalls
mehrzackigen Basalbandes aus. Rippen und Falten sind dagegen sehr schwach entwickelt.
Die systematische Stellung des erwähnten unteren M3 ist insoferne etwas zweifelhaft, als seine
Oberfläche viel glatter und sein Basalband viel schwächer ist an jenen Mx und M2 und dafür
aber die Falten hinter den Innenhöckern sehr kräftig entwickelt sind.

Die oberen Prämolaren werden, wie bereits bemerkt, auf drei Seiten von einem kragenartigen
Basalband umgeben. An den oberen Molaren verbindet sich hier im Gegensatz zu jenen
von Alcicephalus das Vorderhorn des zweiten Innenmondes schon sehr früh mit der Aussen-
wand, während das Hinterhorn des ersten Innenmondes weit in die vordere Marke hineinragt.

1) Palaeontologia Indica. Ser. X, Vol. II, pl. XXI, fig. 1.

2) Rodler. Denkschriften der k. k. Akademie der Wissenschaften, math.-naturw. Classe, Wien. 1889,
Bd. 56, p. 307, 4 Taf.


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