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Es liegen hievon vor: je ein unterer P2 und P4 (?), je zwei untere Mx nnd M2, zwei
untere M3, zwei obere M2 und ein an seiner Aussenseite stark beschädigter M3. Als Fundort
ist Tientsin angegeben, einer stammt aus J'tschang. P2 sieht dem entsprechenden Zahn von
Tragocerus gregarius sehr ähnlich, P4 dagegen bildet durch Verwachsung des Innenhöckers
mit der ersten Coulisse und dem eingebogenen Hinterrande eine Innenwand ähnlich wie bei
Strepsiceros praecursor, die hintere Coulisse ist dafür sehr kurz. Ich stelle diesen P4
nur desshalb hieher, weil mir keine andere Art aus den sandigen Schichten bekannt ist, bei
welcher ich ihn sonst unterbringen könnte. Die unteren M stimmen, abgesehen von ihrer
beträchtlichen Grösse, ganz mit jenen von Tragocerus spectabilis überein. Nur Mi und
Ma besitzen einen sehr niedrigen Basalpfeiler, die Innenfalten sind sehr schwach entwickelt.
An zwei unteren Molaren sind auch innere Basalpfeiler zu beobachten wie an dem Gaudry'sehen
Originale von T. amaltheus. Die oberen Molaren gleichen ebenfalls jenen von T. spectabilis
, jedoch fehlt der Sporn in der zweiten Marke und der Basalpfeiler ist nur durch einen
winzigen Zapfen repräsentirt. Die Oberfläche aller dieser Zähne zeigt auch hier wie bei dem
genannten Tragocerus ziemlich starke Runzelung.
Dimensionen:
Unterkiefer:
Oberkiefer:
P2
P4
Mi
Ma
M3
M2
M3
Länge 14 mm
„ 16,5 „
» 22 „
71 25 „
» 30 „
Länge 23,5 mm
23 f
Breite 8,3 mm
„ 10,3 „
„ 14,5 „
n 14 „
> 15 „
Breite 23,5 mm
11 23 „
Höhe 11,8 mm
» 18? „
„ 15 „
n 22 „
„ 22,5 „
Höhe 14
„ 20
mm;
älter
alt
Die Genusbestimmung bleibt vorläufig eine durchaus unsichere, ich führe diese Zähne nur
desshalb als solche von Tragocerus auf, weil sie sich an jene von Tragocerus spectabilis
noch am ehesten anreihen lassen. Es wäre sehr wünschenswerth, diese Art genauer kennen
zu lernen, namentlich werthvoll wäre es zu erfahren, wie ihre Hörner beschaffen waren. Dem
Zahnbau nach könnte sie sich vielleicht als Stammvater des Palaeoryx boodon Gerv. von
Roussillon erweisen, wenigstens unterscheidet sich ein mir vorliegender oberer Molar dieser
Antilope nur durch seine Grösse, durch seinen kräftigeren Basalpfeiler und die Anwesenheit
eines schwachen Sporns in seiner zweiten Marke.
Ich erwähne hier ausserdem zwei untere Molaren, Mi und M2. ebenfalls von Tientsin,
welche den oben beschriebenen sehr ähnlich sind, aber nicht bloss auf der Aussenseite sondern
auch auf der Innenseite mit einem Basalpfeiler versehen sind, von denen der letztere freilich
schwächer ist als der erstere.
I Tragocerus Kokeni n. sp. Taf. XII, Fig. 14—19.
Nur durch isolirte, Tragocerus ähnliche Zähne, vertreten. Unterer P4 mit vorgeschobenem
Innenhöcker und tiefer verticaler Rinne auf Aussenseite hinter dem Haupthöcker; oberer P4
gestreckt, fast länger als breit, oberer P3 gerundet dreieckig, ebenfalls mit vollständigem Innenmond
und mit Sporn in der Marke, untere M sehr einfach gebaut, etwas höher als lang, obere
länger als hoch, Innenenden der Halbmonde der oberen M geradlinig und parallel verlaufend,
durch schmalen Spalt von einander getrennt, nur hintere Marke mit schwachem Sporn versehen.
Rippen auf Aussenseite der oberen und Innenseite der unteren M sehr schwach, ebenso die
Rand- und Mittelfalte der oberen und die Innenfalte am Vorderrand der unteren M; schwacher
Basalpfeiler nur an Mi und M2 vorhanden. Zahnoberfläche nur mit schwachen Runzeln versehen.
Ich habe die Hauptmerkmale dieser Zähne in Form einer Diagnose zusammengestellt,
weil die Wahrscheinlichkeit ziemlich gross ist, dass wir es mit einer besonderen Gattung zu
thun haben, die allerdings viele Anklänge an die beiden ächten chinesischen Tragocerusarten
aufweist.
An Tragocerus gregarius erinnert die Stellung des Innenhöckers und die Einbuchtung
der Aussenseite des unteren P4, an Tragocerus spectabilis die schwache Entwickelung der
Abb.. d. II. Cl. d. k. Ak. d. Wiss. XXII. Bd. I. Abth. 19
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