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Versuch einer Odontographie der recenten Antilopen.
Die Untersuchung der fossilen An t i 1 o p e nreste aus China machte ein eingehendes
Studium der lebenden Gattungen nothwendig und zwar von deren Gebiss, weil Hornzapfen,
worauf die Systematik dieser Familie vorzugsweise beruht, unter dem Material aus China höchst
spärlich vertreten sind.
Da nun eine Uebersicht des Gebisses der recenten Antilopengattungen zur Zeit noch
nicht existirt, halte ich für keineswegs überflüssig, meine diesbezüglichen Studien in kurzen
Zügen zu veröffentlichen mit Beigabe schematischer Abbildungen.
Das meiner Skizze zu Grunde liegende Material befindet sich theils in der Münchener
zoologischen Sammlung, theils, und zwar ist dies die Mehrzahl, im kgl. Naturaliencabinet in
Stuttgart. Es ist mir eine angenehme Pflicht, Herrn Oberstudienrath Prof. Dr. K. Lampert,
Herrn Prof. R. Hertwig und Herrn Dr. Doflein für die Benützung dieses Materiales meinen
herzlichsten Dank auszusprechen. Einige in diesen Sammlungen nicht vertretene Gattungen
sandte mir Herr Prof. P. Matschie aus dem Berliner Museum für Naturkunde, wofür ich nicht
minder zu aufrichtigem Danke verpflichtet bin.
Bei der Schilderung der einzelnen Familien und Gattungen befolge ich das System von
Sclater und Thomas, worin jedoch Anoa, Rupicapra, Nemorrhaedus und Antilocapra
sonderbarer Weise nicht berücksichtigt sind, wesshalb ich auch diese am Schlüsse behandeln werde.
Bubalinae. Beide Geschlechter gehörnt. Afrika.
Bubalis. Afrika, Arabien
. Untere Prämolaren kurz,
aber sehr hochkronig. P4 mit
Innenwand, P2 und P3 mit verschmolzenen
Coulissen in der
hinteren Hälfte des Zahnes.
Molaren ganz bovin, aber ohne
ächten Basalpfeiler und nahezu
glatt. Oberer P2 ziemlich einfach
. P3 ähnlich P4, alle P
sehr kurz. Obere M länger als
breit, ohne Basalpfeiler, aber
mit Sporn am Vorderrande der
ersten und am Hinterrande der
zweiten Marke und mit länglicher
Insel in Mitte der Kau-
fläche. Alle Zähne mit viel
Cement versehen.
Damaliscus. Afrika.
Zähne ähnlich Bubalis, aber
schmäler und ohne Cement.
P-i in beiden Kiefern sehr klein,
unterer P3 mit nur einer Cou-
lisse, P4 mit nach vorne ver-
Fig. 3. Bubalis Cokei.
Abb. d. II. Cl. d. k. Ak. d. Wiss. XXII. Bd. I. Abth.
Fig. 4. Damaliscus pygargus.
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