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und Caninrn hat diese Familie mit den Cephalophinen gemein, die P und M erinnern
dagegen mehr an die Grazellen. Alle drei Unterfamilien, die Cephalophinae, Neotra-
ginae und Antilopinae gehen vermuthlich auf nordamerikanische Formen, nämlich auf die
Hypertragulidae zurück.
Cervicaprinae. Cobus und Cervicapra sind trotz der verschiedenen Körpergrösse
wirklich ziemlich nahe verwandt. Cervicapra ist hinsichtlich der relativen geringen Höhe
der Zahnkronen primitiver, aber vorgeschrittener in der Specialisirung der Molaren — Com-
pression der Höcker und Monde —, und in der Stärke des Cementes. Die Beschaffenheit der
Incisiven und Caninen bietet nichts besonders Auffälliges, dagegen spricht der Bovinenähnliche
Bau der P und M für Beziehungen zu den Bubalinen, zu Addax und zu Anoa. Cobus
existirt bereits in der Siwalikfauna. Die Hörner sind bovinen ähnlich.
Antilopinae. Die Gattungen Antilope und Aepyceros sind untereinander näher
verwandt als mit den übrigen, die erstere ist primitiver in der Zusammensetzung des unteren
P4, aber vorgeschrittener in der Reduction der Prämolarenzahl.
Auch Pantholops und Saiga stehen vielleicht in einem engeren verwandtschaftlichen
Verhältniss zu einander trotz der verschiedenartigen Hörner. Die Yerdickung der Aussenfalten
an den oberen Molaren von Pantholops stellt jedenfalls eine Specialisirung dar, dagegen ist
die Breite der oberen M ein primitiver Zustand. Die Verschmälerung des oberen P3, die
Kleinheit des unteren P3 und die J- Zahl der P erweisen sich als Reduction, welcher jedoch
die Complication des unteren P4 gegenüber steht, soferne diese nicht schon von alter Zeit her
ererbt wurde. In diesem Falle wäre die Yerwandtschaft mit Saiga eine sehr entfernte.
Antidorcas mit reducirter Prämolarenzahl und complicirtem dritten M3 nimmt eine sehr
isolirte Stellung ein. Die letzterwähnte Specialisirung findet sich auch bei Antilocapra, ist
aber kaum ein Zeichen näherer Verwandtschaft.
Gazella subgutturosa und Bennetti stehen einander näher als der Gazella dorcas
mit ihren dicken oberen P. Bei Bennetti sind die P gestreckter als bei dorcas, aber doch
relativ kürzer als bei subgutturosa. Näher als dorcas kommt hierin G. Granti, die sich
aber durch die schwache Entwickelung der Rippen an der Innenseite der unteren und der
Aussenseite der oberen M wieder mehr an dorcas anschliesst und auch mit dieser die Kleinheit
des unteren P2 gemein hat. G. subgutturosa und Bennetti sind im Zahnbau primitiver;
die Abwesenheit von Rippen an den Aussenhöckern der oberen P und M und der Innenseite
der unteren M von G. dorcas erweist sich wohl als eine Specialisirung, die aber schon sehr
weit zurückdatirt, denn die Scheidung in beide Gazelle n gruppen bestand schon zur Zeit der
Hipparionfauna. Die bedeutende Grösse von G. Granti darf wohl als Fortschritt betrachtet
werden, die Anwesenheit des Basalpfeilers am unteren Mi als primitives Merkmal.
Gazella Thompsoni stellt gewissermaassen eine Mittelform zwischen Bennetti und
dorcas dar, sie ist aber doch eher der Nachkomme einer Bennettiähnlichen Form.
Lithocranius ist im Zahnbau nicht nur die primitivste aller Gazellen, sondern auch
fast die primitivste unter allen lebenden Antilopen. Die Zähne erinnern durchaus an solche
von Hirschen, aber auch etwas an jene von Gazella brevicornis von Pikermi, jedoch
sind die Zähne dieser fossilen Form viel zierlicher.
Hippotraginae. Diese Unterfamilie hat im Zahnbau sowohl Anklänge an die Bubalinae
als auch an Anoa und an die Bovinen. Es ist mir überaus unwahrscheinlich, dass diese
Aehnlichkeit lediglich auf gleichartiger Entwickelung beruhen sollte, ich bin vielmehr der
Ansicht, dass alle diese Formen auf eine gemeinsame Urform zurückgehen, die allerdings bis
jetzt noch nicht bekannt ist. Auf die verschiedene Ausbildung der Hörner möchte ich um so
weniger Gewicht legen, als z. B. die Bovinen zeigen, wie rasch und wie beträchtlich sich die
Stärke, Länge und Richtung der Hörner ändern kann. Die gewundenen Hörner von Addax
haben ein Analogon in der Gattung Antilope unter den Antilopinen. Der Hauptunterschied
gegenüber den Bubalinen besteht in dem Vorhandensein von Basalpfeilern an den Molaren,
in der Grösse des oberen P2 und in dem Fehlen einer Innenwand am unteren P4.
Auch die Cervicaprinen stehen nicht allzufern, ja sie sind eigentlich im Zahnbau sogar
noch ähnlicher als die Bubalinen, namentlich besteht zwischen Addax und Cobus hierin
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