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Rückblick.
Wenn man die vorliegende Arbeit mit der Koken'schen Monographie der fossilen Säuge-
thiere Chinas vergleicht, so werden sich in zweifacher Hinsicht gewaltige Unterschiede bemerkbar
machen, an denen jedoch nicht die Autoren, sondern die Verhältnisse die Schuld tragen.
Der eine dieser beiden Unterschiede besteht in der Quantität und Qualität des bearbeiteten
Materiales, der andere in der wesentlich abweichenden Art und Weise der Darstellung.
Während Koken1) nur über 5 Arten von Carnivoren, 5 Arten von Proboscidiern,
11 oder richtiger nur 9 Arten von Perissodactylen und 15 Arten von Artiodactylen verfügen
konnte, wobei jedoch die Zahl der wirklich pliocänen Arten sich auf die 5 Proboscidier, auf
3 oder höchstens 4 Perissodactylen und auf 4 Artiodactylen reducirt, im Ganzen also auf
12 oder höchstens 13 Arten aus dem Tertiär, kann ich diesen mit Hilfe des vorliegenden
Materiales und der übrigens recht spärlichen, anderweitig beschriebenen Formen 22 Arten aus
dem Pleistocän und 60 Arten aus unzweifelhaften Tertiärschichten, also fünfmal soviel wirkliche
Tertiärspecies gegenüberstellen, von denen sogar ganze Gruppen unter dem Koken'schen
Material nicht einmal angedeutet sind wie die Carnivoren und Suiden oder wie die
Antilopen nur durch einen einzigen Zahn repräsentirt werden. Auch in der Zahl der
Individuen, beziehungsweise der Zähne hält das Koken'sehe Material nicht im Entferntesten
einen Vergleich mit jenem aus, welches Herr Dr. Hab er er mit so grossem Eifer und Geschick
zusammengebracht hat; denn es stehen z.B. seinen zwei Zähnen von Aceratherium Blan-
fordi über 100 Backenzähne dieses Rhinoceroten und seinen zwei Dutzend Hipparion-
zähnen nahezu 1000 in der Sammlung des Herrn Dr. Haber er gegenüber.
Aber auch die Form der Darstellung weicht in der vorliegenden Arbeit wesentlich ab
von jener in Koken's Monographie, denn obschon es mir möglich war, oder doch möglich
gewesen wäre, fast von jeder Art die 10 bis 20 wichtigeren Zähne aufs Genaueste zu schildern,
nimmt die Beschreibung der einzelnen Species kaum oder höchstens ebenso viel Raum ein wie
bei meinem Vorgänger.
Koken beschreibt folgende Arten:
Carnivora:
Hyaenarctos sp.
Ursus äff. japonicus
Hyaena sinensis
Canis n. sp.
Felis sp.
Proboscidia:
Mastodem perimensis var. sinensis
„ äff. Pandionis
Stegodon Cliftii
„ insignis
„ bombifrons
Perissodactyla:
Chalicotherium sinense
Aceratherium Blanfordi var. hip-
parionum
Rhinoceros plicidens
„ sinensis
( sivalensis)
( „ simplicidens)
Rhinoceros sp.
Tapirus sinensis
Hipparion Bichthofeni
Hipparion sp.
Equus sp.
Artiodactyla:
Sus n. sp.
Palaeomeryx Oweni
» sp.
Cervus orientalis
„ leptodus
Camelopardalis microdon
Antilope sp.
Bibos sp.
Bison sp.
Bos sp.
Bubalus sp.
Ovis sp.
wobei nur die cursiv gedruckten Namen solche von Species aus dem Tertiär sind, ünd die eingeklammerten
ganz in Wegfall kommen.
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