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verschwinden, eine geringe Complication der Prämolaren stattzufinden und der obere Canin
verloren zu gehen, wenn aus dem Gebiss von Palaeomeryx das der Giraffen werden sollte.

Die Sivatheriinen dürften dagegen amerikanischen Ursprungs sein, denn der Abstand
zwischen ihnen und den genannten Palaeomeryx ist zu gross, als dass in der kurzen
Zeit zwischen Obermiocän und Unterpliocän die hiefür nöthigen Zwischenformen existirt haben
könnten. Ich bin daher geneigt, die Protoceratinen Nordamerikas als die Ahnen der
Sivatheriinen anzusprechen, denn ihre Organisation ist keineswegs eine so fundamental
verschiedene, als dass sich nicht die Sivatheriinen aus ihnen entwickelt haben könnten.
Weder der Schädelbau, noch auch das Gebiss und das Extremitätenskelett bieten für eine
solche Ableitung unüberwindliche Schwierigkeiten; es waren vielmehr nur solche Umwandlungen
nöthig, wie wir sie auch in anderen Stammesreihen der Selenodonten, z. B. Gelocus —
Dremotherium — beobachten können. Auch der Umstand, dass die distalen Facetten am
Radius für Lunatum und Scaphoid viel weniger schräg stehen, als bei den übrigen Ruminantiern
fällt sehr wenig in's Gewicht, denn diese minder schräge Stellung der betreffenden Facetten
zeigt auch Gelocus, wenn schon nur in geringerem Grade als bei Protoceras und selbst
Samotherium unterscheidet sich in dieser Beziehung von den Hirschen und Cavicorniern.
Lediglich die grosse Aehnlichkeit der Giraffinae mit den Sivatheriin ae spricht allenfalls
gegen die Annahme, dass diese beiden Gruppen verschiedenen Ursprungs sein könnten.

Camelopardalis sivalensis übertrifft alle bekannten Arten dieser Gattung durch seine
gewaltigen Dimensionen, dagegen schliesst er sich im Bau der einzelnen Zähne sehr enge an
die lebenden Arten an.

Camelopardalis microdon kommt zwar in den Dimensionen den übrigen Giraffen
näher, dagegen sind die Milchzähne noch mehr nach dem Typus der Milchzähne der Cer-
viden gebaut.

Alcicephalus, bisher nur aus Maragha in Persien bekannt, unterscheidet sich von
Camelopardalis durch den mehr quadratischen Umriss der oberen Molaren und die starke
seitliche Compression der Unterkieferbackenzähne sowie durch das Fehlen von Basalpfeilern an
den unteren Molaren. Die nächsten Verwandten sind Samotherium und das angebliche
indische Helladotherium. Die chinesische Art, Alcicephalus sinensis ist ein wenig grösser
als A. Neumayri; auch hat er im Gegensatz zu diesem einen Basalpfeiler an den oberen
Molaren und kräftigere Prämolaren. Wie in Maragha in Persien kommt auch in China eine
zweite, aber kleinere Art von Alcicephalus vor.

Der Sivatheriine aus China ist nur durch eine Anzahl Zähne vertreten, welche sich
jedoch auf keine der indischen Formen beziehen lassen und möglicher Weise der Gattung
Urmiatherium, bisher nur aus Maragha bekannt, zugeschrieben werden dürfen.

Cervidae.

Die fossilen Hirschreste aus dem Tertiär von China gehören zum grössten Theil Formen
an, welche früher als Palaeomeryx bestimmt wurden. Sie unterscheiden sich aber von den
ächten Palaeomeryeinen durch die Abwesenheit der für diese so charakteristischen Palaeo-
meryxleiste und die beträchtlichere Höhe ihrer Zahnkronen. Immerhin erweisen sich diese
Formen als die unmittelbaren Nachfolger und die directen Abkömmlinge der kleinen und
mittelgrossen Palaeomeryxarten des europäischen Obermiocän. Da diese kleinen und mittelgrossen
Cervinen des chinesischen Tertiär sich somit nicht bei der Gattung Palaeomeryx
— im weitesten Sinne — unterbringen lassen, aber ebenso wenig bei einem Genus der
fossilen oder lebenden ächten Hirsche, hielt ich es für nothwendig. für sie ein besonderes
Genus „Cervavus" zu errichten, von welchem sich ungezwungen vier Arten unterscheiden lassen.

Gleich den älteren Gattungen Dre motherium, Amphitragulus , Dicrocerus besitzt
auch Cervavus ziemlich complicirte oberen Molaren und säbelförmige obere Caninen. Ueber
das Skelet geben die dürftigen bis jetzt vorhandenen Ueberreste zwar recht wenig Aufschlüsse,
aber immerhin zeigen sie sehr grosse Aehnlichkeit mit den Verhältnissen bei Dicrocerus.
Wahrscheinlich sind daher auch hier keine distalen Reste von seitlichen Metacarpalien
Abh. d. n. Cl. d. k. Ak. d. Wiss. XXII. Bd. I. Abth. 24


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