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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/RA_4_2014_47/0209
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— soferne sich diese Bestimmung als richtig erweisen sollte — und Aceratherium Blanfordi,
denn wir haben es hier augenscheinlich mit acht asiatischen Typen zu thun, welchen allenfalls
auch die beiden Meiesarten anzureihen wären. Besonders bemerkenswerth ist dabei der
Umstand, dass die auch in Indien — Siwalik — vorkommenden Typen, nämlich Camelo-
pardalis und Aceratherium Blanfordi unter diesen Formen den kleinsten Bruchtheil
bilden, während die Anklänge an die chinesische Hipparionenfauna so überraschend zahlreich
sind. Die Fauna von Maragha vermittelt demnach geradezu den Uebergang zwischen der
chinesischen Fauna und jener von Samos und Pikermi, sie zeigt aber dabei nicht nur ausgestochen
asiatischen Charakter, sondern auch eine nicht unbeträchtliche Beimengung von
nordischen Elementen — die drei hypselodonten Antilopen, Alcicephalus, Hipparion
Bichthofeni und Meies, wobei noch zu bemerken ist, dass sich Urmiatherium recht wohl
als identisch mit dem chinesischen Sivatheriinen herausstellen könnte.

Eine allerdings sehr artenarme Hipparionenfauna ist kürzlich in Aegypten zum Yorschein
gekommen. Mit unserer chinesischen hat sie lediglich die Anwesenheit von Hipparion und
hypselodonten Antilopen gemein und zwar schliesst sich eine davon an eine Form aus Maragha
an, während die andere im Zahnbau ein ungewöhnlich modernes Gepräge zur Schau trägt.
Eine genauere Besprechung dieser ägyptischen Hipparionenfauna erscheint daher durchaus
überflüssig und das umsomehr, als sie sich gewissermaassen nur als ein winziger Bruchtheil der
reichen Säugethierfauna erweist, welche in den indischen Siwalik gefunden wurde. Mit dieser
haben wir uns nun um so eingehender zu beschäftigen.

Die Fauna der Siwalik.

In obiger Tabelle habe ich die wenigen Arten namhaft gemacht, welche die chinesische
Hipparionenfauna mit der Fauna der Siwalik gemein hat, sowie auch jene, welche einander
gewissermaassen ersetzen, allein hieraus gewinnen wir nur eine durchaus ungenügende Vorstellung
von dem Reichthum an fossilen Säugethierformen, welchen Indien aufzuweisen hat.
Man nennt diese Fauna gewöhnlich kurzweg die Siwalikfauna, sie umfasst jedoch auch einige
Typen, die nicht sämmtlich gleichzeitig mit einander gelebt haben können und ausserdem
besteht auch eine gewisse Verschiedenheit in der Fauna der einzelnen Fundplätze, die sich
ohnehin auf ein weites Gebiet erstrecken.

Der südlichste Punkt, wo Vertreter dieser Thierwelt zum Vorschein gekommen sind, ist
die Insel Per im im Golf von Cambay. Die Fauna besteht hier nur aus ziemlich wenigen
und fast ausschliesslich grossen Formen. Das Nämliche gilt auch von den sogenannten Man-
charbeds von Sind, die Zahl der beiden Lokalitäten gemeinsamer Arten ist sehr beträchtlich.
Einen sehr viel grösseren Reichthum an fossilen Arten hat das Pendschab aufzuweisen und
kommt hierin der vierten Region, den subhimalayischen Siwalik, am ganzen Südrande des
Himalaya verbreitet, vollkommen gleich, aber trotzdem hat jedes dieser beiden Gebiete eine
stattliche Anzahl eigenthümlicher Arten. Die ärmste Fauna endlich ist jene des unteren
Jrawadi-Thales in Birma, aber diese Armuth dürfte wohl doch nur eine scheinbare sein und
zumeist darauf beruhen, dass zu der Zeit, als Lydekker die Siwalikfauna beschrieb, dort
eben erst noch recht wenig gesammelt worden war.

Eine tabellarische Zusammenstellung der Siwalikfaunen nach den einzelnen Lokalitäten
ist meines Wissens bisher noch nicht gegeben worden, obwohl dies naturgemäss Aufgabe
Lydekker's gewesen wäre, der diese Faunen zuletzt bearbeitet hat und diese Liste jedenfalls
genauer hätte machen können als jeder andere Autor, welcher hiebei lediglich auf die oft
recht mangelhaften Ortsangaben in der Literatur angewiesen ist.


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