Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., F 764,n - 23.1880
Die Bauhütte: Zeitung für Freimaurer
Leipzig, 1880
Seite: 76
(PDF, 136 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Freimaurer-Literatur

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/bauhuette1880/0083
76

sogar bis über die Grenzen des Vaterlandes hinaus
niederzuwerfen; aber dieser Wunsch hat nur in dem
Falle eine Berechtigung-, wenn der Jude von allen seinen
Mitbürgern nur in letzter, nicht in ersterer Eigenschaft
angesehen wird und hierdurch sich gewöhnt, auch
seinerseits stets diese in erster Linie hervorzukehren.

Die „Judenfrage" ist ein zu weites Thema, als dass
man die Anmaassung haben könnte, sie in wenigen
Zeilen erschöpfen zu wollen. Ihrer unleugbaren Wichtigkeit
wegen, verdient sie wiederholt in unseren Bauhütten
, sowie in den Organen des Bundes einer ernsthaften
Besprechung unterworfen zu werden, um sie
einer mit unseren Prinzipen übereinstimmenden Lösung
entgegenzuführen. Wir Frmr vor Allem besitzen die
dazu nöthige Eignung. Ein bescheidener Anfang wurde
damit in dieser Zeichnung gemacht. Vivant sequentes!

Bericht über die erste zehnjährige Thätigkeit der
Johannis-Grossloge von Ungarn.

(Schluss.)

Die Wirksamkeit des Grossbeamtenkollegiums erstreckte
sich zu dieser Zeit unter Anderem auf die
Unterstützung jener Sammlung, welche die Loge „Brüderlichkeit
" im Orient Bukarest zu Gunsten der Opfer des
Orientkrieges veranstaltete.

Nun folgte am 25. November die 10. ordentliche
Grossversammlung der Grossloge. Nachdem der bei
dieser Gelegenheit vorgelegte Jahresbericht vor Allem
den günstigen Fortschritt in den internen Verhältnissen
der Logen, sowohl als auch der Grossloge, constatirt,
berichtet derselbe zum ersten Male über den allgemeinen
Grosslogenfond, der am Ende des Jahres 418 Gulden
25 Kreuzer betrug. Die Grossloge hat ihre Schuldenlast
gänzlich abgetragen, während ihre Forderungen
1317 Gulden 72 Kreuzer betrugen. Die Zahl der Logen
wird mit 24 und die der Mitglieder derselben mit 1057
beziffert. (Aber darin sind noch die nicht arbeitenden
Logen „Petöfy", „Glück auf" und „Concordia" mit inbegriffen
, mit insgesammt 49 Mitgliedern; so dass der
Effectivstand 21 Logen mit 1008 Mitgliedern ausmachte.)
Auch dieser Bericht vermag neue Verbindungen mit
auswärtigen Grossbehörden anzumelden.

Die Grossversammlung nahm vor Allem die am 4.
September 1877 im Or. Kronstadt gegründete Loge „Zu
den 3 Säulen" in ihren Schutz. Die Schlussrechnung
fixirte die Einnahmen des Vorjahres mit 7438 Gulden
27 Kreuzer, die Ausgaben mit 7038 Gulden 8 Kreuzer;
für das nächste Jahr wurden an Einnahmen 4190 Gulden,
an Ausgaben 5910 Gulden präliminirt. Bei den Ergänzungswahlen
wurde Br Franz Pulsky abermals zum
Grossmeister, zum I. Grossaufseher aber an Stelle des
zurückgetretenen Bruders Dr. Theodor Bakody Br Dr.
Abr. Szontagh erwählt, dessen Stelle als I. Grossredner
Br Karl Antalik einnahm.

Am 24. Febr. 1878 fand die V. ordentliche Quartalversammlung
statt. Von den auf der Tagesordnung
befindlichen verschiedenen Gegenständen heben wir die
Vorlage des Berichtes über die Resultate der ersten
zwei Fragen hervor; dann wurde die Auflösung der
Loge „Glückauf" decretirt. Der Bericht über die auf
die zwei Fragen eingelangten Antworten wurde in der
am 28. April 1878 abgehaltenen VI. Quartalversammlung
verhandelt. Aus dieser Verhandlung resultirte die Ausgabe
zweier neuer Fragen, die Ausschreibung eines
Preises auf eine populäre Flugschrift zur Aufklärung
der profanen Welt, dann zwei Beschlüsse auf Umgestaltung
des amtlichen Organes der Grossloge und auf Gewinnung
eines profanen Blattes für die Zwecke der
Frmrei; lauter Beschlüsse von grosser Tragweite, welche
— den letzteren ausgenommen — alle durchgeführt
wurden.

Die XI. ordentliche Grossversammlung der Grossloge
ward am 24. November 1878 gehalten. Der dieser
vorgelegte Bericht hebt die bestehenden Verhältnisse
sehr günstig hervor. Nach Anführung der obenerwähnten
Werkthätigkeit gedenkt derselbe der am 4. Sept.
1880 stattgehabten Gründung der Loge „Felvidek" zu
Neusohl, und gedenkt dann, der durch das Grossbeamten-
collegium in mehreren Fällen — so zu Gunsten der
Familien der Mobilisirten — bethätigten humanitären
Wirksamkeit. Wieder haben die unsere Grossloge anerkennenden
Grossbehörden zugenommen. Die Zahl der
Logen wird auf 24. und die ihrer Mitglieder auf 1127
angegeben. (Eingerechnet die schon nicht mehr arbeitenden
Logen „Petöfy" und „Concordia" mit 38 Mitgliedern
; so dass die factische Zahl 22 Logen mit 1089
Logen beträgt.)

Die Gross Versammlung nahm die Loge „Felvidek"
unter ihren Schutz; genehmigte die Umgestaltung des
„Orient", schrieb einen Preis im Betrage von 500 Fr.
aus für eine die Zwecke der k. K. der profanen Welt
klarlegenden Flugschrift, und nahm zur besonderen
Ordnung der Grossloge bedeutende Veränderungen an.

Am 1. Januar 1879 erschien die erste Nummer des
„Orient" in umgestalteter Ausgabe; wir wissen, dass
dieses Blatt unter der Redaction des Br Alex. Uhl im
Laufe eines kurzen Jahres in ganz Europa, ja sogar
auch in anderen Weltgegenden Anerkennung fand, und
die hervorragendsten mrischen Schriftsteller zu seinen
Mitarbeitern zählt.

Die am 26. Januar 1879 abgehaltene VIII. ordentliche
Quartalversammlung acceptirte den Antrag des
Grossbeamtencollegiums auf Unterstützung cultureller
Bestrebungen durch die Grossloge, während die Beschlussfassung
über den Antrag der Loge „Eintracht" auf
Einführung eines allgemeinen Namensverzeichnisses vertagt
wurde.

Am 13. März 1879 vollzog sich das schreckliche
Ereigniss, welches die Stadt Szegedin in Trümmer warf.
Es kamen Tage der grössten Kraftanstrengung für das
Grossbeamtencollegium, so dass in den ersten Tagen
die Nächte auch zur Arbeit verwendet wurden; doch
auch weiter noch wurde Wochen und Monate lang unausgesetzt
im Interesse der armen Szegediner gearbeitet.


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/bauhuette1880/0083